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  • Zurück nach Barcelona

    Als Erstes habe ich es auf meinem Nachttisch gesucht, dann im Wohnzimmer. Beides vergebens. Ich musste es wohl bei meiner Mutter liegengelassen haben, als ich in ihrer Abwesenheit Pflanzen goss und die Katze streichelte. Nach ihrer Rückkehr stellte sich heraus: Ich täuschte mich.

    Konnte es im Auto meines Vaters sein, mit dem ich Tage zuvor essen gefahren war? Oder lag es doch auf meinem Schreibtisch, verdeckt von Charakterbeschreibungen und Überarbeitungsideen des eigenen Romans? Nein. Und nein. Tat es nicht.

    Ganz langsam begann ich mir, Sorgen zu machen. So ein Buch verschwindet in der Regel nicht auf eigene Faust. Es ist keine vernachlässigte Freundin. Doch Christoph Ransmayrs Cox oder der Lauf der Zeit war nicht aufzufinden – bis mein Blick auf meine Sporttasche fiel und mir der Griff hinein gebrauchte Socken und Erleichterung bescherte.

    Es dürfte nicht überraschen, dass ich süchtig bin. Nicht nach Pizza und Freiheit, das selbstverständlich auch, aber nach gut erzählten Geschichten. Cox ist eine gut erzählte Geschichte, bildgewaltig und fantasievoll. Sie besitzt die Fähigkeit, an einem zu reißen und zu ziehen, hinfort aus dem Alltag.

    Es gibt nicht viele Autorenkollegen, die in der Lage dazu sind, mich zu fesseln (und denen mein Neid gewiss ist). Noch seltener kommt es vor, dass sie es mit mehr als einem Werk schaffen. Carlos Ruiz Zafón gehört diesem elitären Kreis an.

    Seit ich im April 2006 mit pochendem Herzen und aussetzendem Atem im Bett meines spartanischen Zimmers eines Würzburger Studentenwohnheim lag und mit Daniel Sempere mitfieberte wie mit keinem anderen Romancharakter zuvor, hat Carlos Ruiz Zafón bei mir einen Stein im Brett.

    Seit neuestem steht sein jüngstes Barcelona-Werk Das Labyrinth der Lichter in meinem Regal der ungelesenen Bücher. Und am Montag kommt Carlos Ruiz Zafón ins Literaturhaus Stuttgart. Die Veranstaltung ist – natürlich/leider – ausverkauft.

    Aber ich habe schon seit Wochen Karten. Und kann es kaum erwarten.

    Foto: Fundación Cajasol – Presentación de ‚El laberinto de los Espíritus‘ en la Fundación Cajasol (15) (via flickr, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

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