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    Auf einem Handtuch liegend am Sandstrand – den blauen Himmel über sich, die unschuldigen Schreie fidel-quiekender Kinder und das Rauschen der Wellen des Meeres im Hintergrund. In einem gemütlichen Wohnzimmersessel – vielleicht im blassen Schein einer Kerze, mit einer Tasse Kaffee auf dem Tisch daneben. Oder einfach nur im Bett – nachts, vor dem Einschlafen. Es gibt so viele wunderbare Orte, von denen aus man in die Faszination eines guten Buches eintauchen kann. Die Alltagsflucht antreten in Welten, die alles sein können: traurig oder schön, fern oder nah, vergangen oder noch nicht existent. Für den Liebhaber gibt es nur wenige Dinge, die über den tranceähnlichen Zustand des Lesens hinausgehen. Oder die Ungeduld, die ihn packt, wenn er weiß, dass etwas passieren wird. Auf der nächsten Seite schon, vielleicht auch erst auf der übernächsten. Das Gefühl dieser Welt in den eigenen Händen, das Rascheln der Seiten beim Umblättern – es ist unbezahlbar.

    Allein: Die Verlage sahen sich nicht in der Lage, meinem Roman die “Weltwerdung” zu gewähren. Der vorsätzlich Handelnde ging unter im harten Wettstreit konkurrierender Manuskripte. Um es den Menschen, die sich davon nicht abschrecken lassen – seien es Freunde, Bekannte oder gänzlich Unbekannte -, dennoch zu ermöglichen, ihn zu lesen, entschied ich mich für eine Internet-Veröffentlichung. Natürlich auch aus Neugierde. Wie viele werden sich die Kapitel, die etwa im Drei-Tages-Rhythmus bis Anfang/ Mitte Juli 2010 nach und nach kostenlos als pdf-Dateien zur Verfügung gestellt werden, herunterladen? Wie viele werden dabei bleiben? Wie viele werden hinzukommen? Und wie wird ihnen der Roman gefallen? Worum es geht? Nun, der Klappentext, den es nicht gibt, sähe ungefähr folgendermaßen aus:

    Es ist ein ambitionierter guter Vorsatz. Ein Hobby-Tennisspieler beschließt in einer schlaflosen Weihnachtsnacht, dass er im folgenden Jahr das renommierteste Rasenturnier der Welt gewinnen wird. Er streift die Antriebslosigkeit ab, die bis dahin sein ständiger Begleiter war, und qualifiziert sich zum Erstaunen und zur Begeisterung seiner Landsleute tatsächlich für das Turnier. Nur einer ist von dem frisch erlangten Ruhm alles andere als begeistert: er selbst. Denn wenn er eines nicht sein möchte, dann der neue Held seiner Nation.

    Eine solche Inhaltsingabe birgt Gefahren. Sportdesinteressierte würden dieses Buch wohl nicht kaufen. Doch denen sei gesagt: Es geht um mehr als bloß um Tennis. Der Sport bildet nur den Rahmen. Um was, das sollte jeder selbst für sich beantworten. Wie das eben so ist bei der Entdeckung neuer Welten. In jedem Fall gilt: Der vorsätzlich Handelnde hat eine Chance verdient. Es gibt zwar keine Zeit-zurück-Garantie bei Nichtgefallen. Doch der Ausstieg, so bedauerlich ich ihn fände, ist nur einen Klick entfernt.