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	<title>Lesbares</title>
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	<description>von Marc Bensch</description>
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		<title>Einfach losfahren &#8211; mit den Mayas</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 16:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An dem Tag, an dem es mich nach Monreale zog und ich steile Wege hinaufstieg, um auf einem Mäuerchen sitzend auf die Kathedrale zu schauen, ging ich nachmittags noch in eine Buchhandlung. Heraus kam ich mit Palermo è una cipolla von Roberto Alajmo und Einfach losfahren von Fabio Volo. Alajmos Essayband wollte ich schon in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dem Tag, an dem es mich nach Monreale zog und ich steile Wege hinaufstieg, um auf einem Mäuerchen sitzend auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Monreale" target="_blank">Kathedrale</a> zu schauen, ging ich nachmittags noch in eine Buchhandlung. Heraus kam ich mit <em>Palermo è una cipolla</em> von Roberto Alajmo und <em><a href="http://www.diogenes.ch/leser/katalog/nach_autoren/a-z/v/9783257067323/buch" target="_blank">Einfach losfahren</a></em> von Fabio Volo.</p>
<p>Alajmos Essayband wollte ich schon in Deutschland lesen. Doch das Buch &#8211; aus <em>Palermo ist eine Zwiebel</em> wurde der reißerische Titel <em>Palermo sehen und sterben</em> &#8211; ist nicht mehr verfügbar. Die ersten Seiten haben mich zum Schmunzeln gebracht. Es steckt so viel Sizilien darin. Mit Fabio Volos Roman bin ich schon durch. Es war ein Glücksgriff.</p>
<p>Vor etwas mehr als einem Jahr stand ich vor der Frage, wie es weitergehen sollte: wie gewohnt (und zu diesem Zeitpunkt noch) recht komfortabel als Journalist oder anders. Schnell stand für mich fest, dass ich, jung und ungebunden, etwas anderes probieren wollte. Die Frage war nur: wann?</p>
<p>Der Gedanke mag zunächst albern oder abergläubisch wirken, aber letztlich hat der Trubel um die angebliche und <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/maya-kalender-weltuntergang-verschoben-1.1354990" target="_blank">vor einigen Tagen endgültig abgesagte</a> Weltuntergangsprophezeiung der Mayas mit den Ausschlag gegeben, es nicht weiter vor mich herzuschieben.Weil das Leben jetzt ist, nicht später.</p>
<p>Auch ich bin einfach losgefahren und habe die Entscheidung nicht bereut, obwohl es manchmal etwas kühl ist ohne den Mantel beruflicher (Schein-)Sicherheit. Und als ich Fabio Volos Roman las, war es teilweise so, als begegnete ich mir selbst.</p>
<p>Hängen geblieben ist vor allem ein Satz, den Volo &#8211; soweit ich das herausfinden konnte &#8211; von Leo Tolstoi übernommen hat. &#8220;Glück besteht nicht darin, zu tun, was man will, sondern zu wollen, was man tut.&#8221; Ich will noch viel tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mumien und Plappermäuler</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 15:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Domian]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Liste der Orte, die ich in Palermo unbedingt besuchen wollte, hatten Le Catacombe dei Cappuccini von Anfang an einen festen Platz. Es heißt, hinterher sehe man das Leben und den Tod mit einem anderen Blick, was passte, hatte ich doch erst jüngst Jürgen Domians Interview mit dem Tod gelesen. Um es vorwegzunehmen: mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Liste der Orte, die ich in Palermo unbedingt besuchen wollte, hatten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kapuzinergruft_%28Palermo%29" target="_blank">Le Catacombe dei Cappuccini</a> von Anfang an einen festen Platz. Es heißt, hinterher sehe man das Leben und den Tod mit einem anderen Blick, was passte, hatte ich doch erst jüngst Jürgen Domians <a href="http://www.buchbensch.de/2012/04/20/und-dann-spricht-der-tod/" target="_blank"><em>Interview mit dem Tod</em></a> gelesen.</p>
<p>Um es vorwegzunehmen: mein Leben und mein Denken hat sich durch den Besuch nicht verändert. Aber vielleicht waren daran die Franzosen, Italiener, Holländer, Briten, Deutschen und Spanier schuld, die mit mir durch die sakralen Hallen tigerten.</p>
<p>Warum ich mir bei den Nationalitäten so sicher bin? Weil die Menschen nicht zu schweigen wissen, einige nicht einmal zu flüstern. Auch oder erst recht nicht an einem Ort, an dem sie mit Hunderten von mumifizierten Toten konfrontiert sind.</p>
<p>So ist es schwer, in den Gängen Ruhe zu finden. Mit etwas Glück verschallt das Geplapper in einer anderen Ecke. Dann kann man sie fokussiert bestaunen, die Körperhüllen, die Knochen und die Schädel, die Grimassen, die zurückblieben, als die Verstorbenen aus dem Leben schieden. Und auf dem Boden liest man auf rissigen Steinplatten letzte Botschaften.</p>
<p>Geschrieben sind sie teils in Italienisch und teils in Latein. In dem Moment habe ich mich wieder geärgert, mich einst in der Schule für Französisch entschieden zu haben &#8211; in der Annahme, eine tote Sprache sei zu nichts nütze.</p>
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		<title>Mein Alaska</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 02:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leinwandträume]]></category>
		<category><![CDATA[Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Bruch]]></category>
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		<category><![CDATA[Into the Wild]]></category>
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		<description><![CDATA[Da ist diese Szene in Sean Penns großartigem Film Into the Wild, die auch im Trailer zu sehen ist. Der junge Aussteiger Christopher McCandless erzählt dem Farmer Wayne von seinem großen Ziel: Alaska, die Wildnis, die Isolation. &#8220;Und was macht man dann da, in der Wildnis?&#8221;, will Wayne wissen. &#8220;Man lebt einfach&#8221;, antwortet McCandless. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist diese Szene in Sean Penns großartigem Film <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Into_the_Wild" target="_blank"><em>Into the Wild</em></a>, die auch im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=taFaFEuwHLQ" target="_blank">Trailer</a> zu sehen ist. Der junge Aussteiger Christopher McCandless erzählt dem Farmer Wayne von seinem großen Ziel: Alaska, die Wildnis, die Isolation. &#8220;Und was macht man dann da, in der Wildnis?&#8221;, will Wayne wissen. &#8220;Man lebt einfach&#8221;, antwortet McCandless.</p>
<p>Es ist vier Jahre her, dass ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe. Ich quälte mich gerade für die Zwischenprüfung durch die Griechische Geschichte und brauchte dringend eine Auszeit. Also ging ich alleine ins Kino, angetrieben durch ein großartiges Interview mit Sean Penn <a href="http://www.zeit.de/2008/05/Interview-Sean-Penn/komplettansicht" target="_blank">in der ZEIT</a>.</p>
<p>Der Film, den ich zwei Tage später am Abend nach der Prüfung im selben Kino noch einmal in mich aufsaugte, traf mich mitten in einer sensiblen Phase, konfrontiert mit einem (vermeintlichen) Gehirntumor, der mich darüber nachdenken ließ, welche Schwerpunkte ich in meinem Leben setzen will.</p>
<p>Meine Reise nach Palermo nähert sich der Halbzeit. Beim Gedanken daran, was ich bislang erlebt habe &#8211; zuletzt in dieser Nacht &#8211; kann ich nicht anders als lächeln. Und bei aller Vorfreude, Ende Juni die Heimat wiederzusehen, brenne ich auf die nächsten beiden Monate. Palermo ist mein Alaska.</p>
<p>Natürlich mutet ein Vergleich mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_McCandless" target="_blank">wahrhaftigen Christopher McCandless</a> etwas seltsam an, ich habe nicht die Zivilisation hinter mir gelassen, sondern nur die gewohnte Umgebung. Dennoch suche und finde ich hier die Isolation regelmäßig und stelle voller Freude fest, wie fruchtbar sie ist.</p>
<p>Mit dem, was viele unter <em>Carpe diem</em> verstehen, kann ich wenig anfangen. Ich lasse mir ungern Druck machen. Und meine Definition von <em>leben</em> (im Sinne von erleben) deckt sich erfahrungsgemäß mit der vieler anderer nicht. Deswegen sträube ich mich davor, Allgemeingültiges zu behaupten.</p>
<p>Aber die Triebfeder meines Lebens ist eine feste Überzeugung. Sie lautet: wer nicht hin und wieder einen Bruch vollzieht, bleibt stehen. Und Stillstand ist nie gut.</p>
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		<title>Und dann spricht der Tod</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 12:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Die anfängliche Skepsis habe ich mit dem Autor geteilt. Jürgen Domian hat ein Sachbuch geschrieben. Der Mann also, dessen Talkradio-Sendung seit 17 Jahren auch im WDR-Fernsehen läuft &#8211; eine Sendung, um die ich meist einen großen Bogen gemacht habe. Es ist nicht sein erstes Buch, aber diesmal hat er nach den Sternen gegriffen. Domian hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die anfängliche Skepsis habe ich mit dem Autor geteilt. Jürgen Domian hat ein <a href="http://www.randomhouse.de/Buch/Interview-mit-dem-Tod/Juergen-Domian/e384252.rhd" target="_blank">Sachbuch</a> geschrieben. Der Mann also, dessen <a href="http://www.einslive.de/sendungen/domian/" target="_blank">Talkradio-Sendung</a> seit 17 Jahren auch im WDR-Fernsehen läuft &#8211; eine Sendung, um die ich meist einen großen Bogen gemacht habe. Es ist nicht sein <a href="http://www.randomhouse.de/Autor/Juergen_Domian/p200330.rhd" target="_blank">erstes Buch</a>, aber diesmal hat er nach den Sternen gegriffen. Domian hat das ultimative Interview geführt, ein<em> Interview mit dem Tod</em>.</p>
<p>Und ich fragte mich, wie er sich selbst, ob das funktionieren kann: Fragen zu stellen und selbst Antworten zu geben, die &#8220;dem größten Mysterium unserer Existenz gerecht werden&#8221;. Die Antwort darauf ist eigentlich unmöglich, aber mein subjektives Gefühl sagt mir: es kann. Oder vielleicht besser: es ist ein beachtenswerter Versuch geworden.</p>
<p>Das liegt daran, dass Domian auf ein breites Fundament an philosophiehistorischem Wissen zurückgreifen vermag. Beim Lesen seines sehr persönlichen Buches ist zu spüren, wie viele Tage und Nächte er sich in all den Jahren den Kopf zerbrochen haben muss. Antwortsuchende sind mir grundsätzlich sympathisch. Domian hat &#8211; auch das kann nur eine subjektive Aussage sein &#8211; einige kluge Schlüsse gezogen.</p>
<p>Und ich musste bei all der Ernsthaftigkeit des Themas schmunzeln, mehrfach gleich. Weil sich einiges, was ich bei Domian wiederentdeckte, mit Thesen eigener Werke deckt. Beispiel: seine Auseinandersetzung mit Religion und Atheismus und mein <a href="http://vg04.met.vgwort.de/na/ca90cbed7de344faa160fca24d6a8ccf?l=http://www.buchbensch.de/?download=Teufel" target="_blank"><em>Tod des armen Teufels</em></a>.</p>
<p>Die Suche nach dem richtigen individuellen Lebensweg und die Trennung von Dingen, die zählen und denen, die es nicht tun, sind aus meinem Wandeln und Schaffen nicht wegzudenken. Mein durch zwei Tumoroperationen nicht unwesentlich autobiografisch geprägtes Roman-Manuskript <em>Das Leben mit Tom</em> ist ein einziger Versuch des Bewusstwerdens.</p>
<p>Und dann verfolgt mich, gerade in dieser Stadt des Zerfalls und der Vitalität, nach wie vor permanent Wim Wenders &#8211; von dem ich mich gerne verfolgen lasse. Erst gestern habe ich mir <em>Palermo Shooting</em> erneut angeschaut, jenes filmisches Interview mit dem Tod. Ob Domian den Film wohl kennt?</p>
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		<title>Gepflastert mit Schrott</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 13:14:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
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		<description><![CDATA[Los ging es Dienstagnacht, etwa um zwei. Da lag ich im Bett und suchte nach einer Idee für eine Kurzgeschichte &#8220;von oben&#8221;, als Beitrag für den Wortlaut 2012 des österreichischen Senders fm4. Als die Idee dann kam, drehte ich mich um, knipste die Nachttischlampe an und schrieb bis halb fünf. Drei Nächte später, gestern, verabschiedete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Los ging es Dienstagnacht, etwa um zwei. Da lag ich im Bett und suchte nach einer Idee für eine Kurzgeschichte &#8220;von oben&#8221;, als Beitrag für den <a href="http://fm4.orf.at/stories/1695647/" target="_blank">Wortlaut 2012</a> des österreichischen Senders fm4. Als die Idee dann kam, drehte ich mich um, knipste die Nachttischlampe an und schrieb bis halb fünf.</p>
<p>Drei Nächte später, gestern, verabschiedete sich <em>Der Freund und die Not</em> (Arbeitstitel) ins Postfach meiner Testleserin. Es ist so schnell gegangen, weil ich mich von der Grundidee einer alten Geschichte habe inspirieren lassen. Sie ist zwei Jahre alt. Eine Ewigkeit also.</p>
<p>Ich erinnerte mich, wie ich sie damals im Sommer 2009 schrieb, ganz begeistert von ihr war und grob beleidigt, als sie bei einem Wettbewerb durchfiel. Als ich sie am Dienstag erneut las, war ich entsetzt. Und fasziniert, im selben Moment. Es ist erstaunlich, wie mangelhaft die Geschichte in Wirklichkeit war, voller zweifelhafter Bilder und banaler Beschreibungen.</p>
<p>Und so ziehe ich eine mutmachende Erkenntnis: möglicherweise werde ich als Schriftsteller nie wirklich gut sein, aber immer besser. Mein Weg <a href="http://www.buchbensch.de/2011/03/01/ein-monat-mit-m-bitte/" target="_blank">entsteht beim Gehen</a>. Und mag er auch gepflastert mit Schrott sein, ich strebe der Allee entgegen.</p>
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		<title>Erlebnis Stadion, oder: Palermo halt</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 22:58:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Überschrift sollte eigentlich &#8220;ein Erlebnisbericht&#8221; stehen. Und &#8220;So ist Palermo&#8221;. Aber zweizeilige Unterschriften sind unsexy. Und die gekürzte Version trifft es auch, aber von vorn. Die lieben Ex-Kollegen haben mir zum Abschied eine Karte für das Spiel der Unione Sportiva Città di Palermo (kurz US Palermo) gegen Juventus Turin geschenkt, im Internet bestellt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Überschrift sollte eigentlich &#8220;ein Erlebnisbericht&#8221; stehen. Und &#8220;So ist Palermo&#8221;. Aber zweizeilige Unterschriften sind unsexy. Und die gekürzte Version trifft es auch, aber von vorn.</p>
<p>Die lieben Ex-Kollegen haben mir zum Abschied eine Karte für das Spiel der Unione Sportiva Città di Palermo (kurz US Palermo) gegen Juventus Turin geschenkt, im Internet bestellt, &#8220;wirkt alles ein wenig dubios, also pass auf!&#8221; riet Beschafferin und Überbringerin T. noch und nahm das böse Wort in den Mund. Doch mit Schwarzmarkt hatte das alles nichts zu tun.</p>
<p>Sicherheitshalber brach ich trotzdem knapp zwei Stunden vor Spielbeginn zum Stadio Renzo Barbera auf &#8211; und stellte vor Ort fest, dass ich fünf Stunden zu früh dran war. Anpfiff: 18.30 Uhr, nicht 15 Uhr, wie auf der Bestellbestätigung stand. Doppeltes Glück im Unglück: Busfahrkarten haben in Palermo eine Haltbarkeitsdauer von einem Fußballspiel. Und: es hätte ja auch andersrum laufen können.</p>
<p>Laut Fahrplan fahren zwei Busse im Vier-Minuten-Takt vom Hauptbahnhof zum Stadion, aber Fahrpläne sind blanke Theorie. Mein Bus fuhr &#8211; und hielt dann irgendwo, mitten auf der Straße. Der Fahrer und sein Nachfolger hielten noch ein Schwätzchen, dann stieg ich aus. So ist Palermo.</p>
<p>Die ungefähre Richtung kannte ich, orientiere mich am Monte Pellegrino und den stolzen Männern in pinkfarbenen Trikots, brachte mich vor Menschen auf rasenden Zweirädern mit Hupe und ohne Bremse in Rettung &#8211; so ist Palermo. Schwieriger wurde es im Block. Die 19 fand ich, das A nicht. B, C, D, E, F, G und H schon. Und Sizilianer, die man nach dem Weg fragt, sind meistens zweierlei: freundlich und ahnungslos.</p>
<p>Ich habe darauf verzichtet, mir einen Palermo-Schal zu kaufen. Nicht wegen des Pinks, sondern weil ich nicht sicher war, ob mich meine &#8220;Schwarzmarkt&#8221;-Karte am Ende womöglich zu den Juve-Ultras führte. Tat sie nicht. Ich saß zwischen einem fluchenden Familienvater und einem Schweizer, beide Juve-Fans. Und insgesamt eingekesselt zwischen Heißblütern.</p>
<p><a href="http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/italien/serie-a-tim/2011-12/31/1241934/spielschema_us-palermo_juventus-turin.html" target="_blank">Zum Spiel</a> ist wenig zu sagen. Limitierte und lustlose Parlermitani waren gegen den neuen Spitzenreiter der Serie A chancenlos, verloren mit 0:2.</p>
<p>Danach ging es zurück. Zuerst zur Bushaltestelle, an der nur Touristen standen, bis man ihnen (uns) sagte, dass dort kein Bus halte. Dann weiter zur nächsten Bushaltestellte, an der bald ein Bus hielt. Der Fahrer ließ den Motor laufen, während er ausstieg und zehn Minuten lang telefonierte.</p>
<p>Aber so ist Palermo. Man muss es lieben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.buchbensch.de/wp-content/uploads/2012/04/IMG_5463.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-1512" title="Palermo_Juve" src="http://www.buchbensch.de/wp-content/uploads/2012/04/IMG_5463-768x1024.jpg" alt="" width="301" height="402" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
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		<title>Das letzte Kapitel</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2012 10:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lebenswege]]></category>
		<category><![CDATA[Monte Pellegrino]]></category>
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		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Tom]]></category>
		<category><![CDATA[Ziel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Fa caldo&#8221;, sagte N. &#8211; ganz schön heiß da draußen. Ich schaute zum Fenster raus, sah nur die bekannten Wohnhausmauern, zuckte mit den Schultern. Wir trafen uns um 16.30 Uhr für eine kleine Tour &#8211; und als ich zur Wohnungstür heraustrat wusste ich, was er gemeint hatte. Als ich am 1. März nach Palermo flog, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Fa caldo&#8221;, sagte N. &#8211; ganz schön heiß da draußen. Ich schaute zum Fenster raus, sah nur die bekannten Wohnhausmauern, zuckte mit den Schultern. Wir trafen uns um 16.30 Uhr für eine kleine Tour &#8211; und als ich zur Wohnungstür heraustrat wusste ich, was er gemeint hatte.</p>
<p>Als ich am 1. März nach Palermo flog, hatte ich mir in den Kopf gesetzt, zunächst und vor allem meinen Roman zu schreiben, in Ruhe und in Freiheit. Im Schnitt drei Seiten täglich, 21 in der Woche, das war mein Ziel. Viereinhalb Wochen und 180 Seiten später &#8211; im Schnitt fast doppelt so viel wie geplant &#8211; stehe ich vor dem letzten Kapitel.</p>
<p>Ich hätte im März mehr rausgehen können, mehr Menschen kennenlernen, mehr Orte bereisen, mehr Italienisch sprechen, mehr Beobachten und Lernen. Ich habe hauptsächlich gearbeitet, mir immer wieder einen Schuss Inspiration geholt, wenn ich sie gebraucht habe. Ich wollte erst schreiben, den Rückenwind nutzen. Und wenn ich dazu die meiste Zeit in einem abgedunkelten Hinterhofzimmerchen verbringen musste.</p>
<p>Spätestens Ende nächster Woche vollziehe ich den Perspektivenwechsel. <em>Das Leben mit Tom</em> ist natürlich noch längst nicht beendet &#8211; nur der erste Entwurf steht vor dem Abschluss. Es muss noch viel gefeilt, viel geschliffen werden. Aber das hat Zeit. Das braucht Abstand.</p>
<p>Ich biege bei meinem Schreibmarathon auf die Zielgerade ein. Und freue mich auf kühle Getränke dahinter. Fa caldo.</p>
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		<title>Von Pfarrern und Schäfern</title>
		<link>http://www.buchbensch.de/2012/03/24/von-pfarrern-und-schafern/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 19:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palermo]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch mein geöffnetes Fenster dringen unverständliche italienische Gesprächsfetzen. In irgendeiner Wohnung bläst eine Donna ihrem Marito gehörig den Marsch. Er scheint sich nur zu verteidigen, das Regiment aber führt sie. Palermo wird zurzeit von Tag zu Tag lebendiger. Trotz bewölktem Himmel war am Foro Italico heute Nachmittag einiges los. Auch auf Sizilien strömen die Sonnenanbeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch mein geöffnetes Fenster dringen unverständliche italienische Gesprächsfetzen. In irgendeiner Wohnung bläst eine <em>Donna</em> ihrem <em>Marito</em> gehörig den Marsch. Er scheint sich nur zu verteidigen, das Regiment aber führt sie.</p>
<p>Palermo wird zurzeit von Tag zu Tag lebendiger. Trotz bewölktem Himmel war am Foro Italico heute Nachmittag einiges los. Auch auf Sizilien strömen die Sonnenanbeter nach draußen, was vor allem daran liegen könnte, dass sie im Sommer eher vor der Hitze und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scirocco" target="_blank">Scirocco</a> fliehen. Für die erste sizilianische Folge meines <a href="http://youtu.be/3F4N1FLnttw" target="_blank">Videoblogs</a> habe ich mir dann ein ruhiges Plätzchen gesucht.</p>
<p>Und wenn das Wetter hält, werde ich später wieder in die Stadt eintauchen &#8211; zu weiteren interkulturellen Forschungen, wie man sie auch nennen könnte. Die beschränken sich bislang hauptsächlich auf Gespräche mit meinen Mitbewohnern. Diese Woche habe ich Ihnen von Joachim Gauck erzählt, unter anderem dass er ein ehemaliger <em>Pastore</em> ist. Was ich nicht wusste und zunächst zu Missverständnissen führte: Pastore heißt im Italienischen auch Schäfer.</p>
<p>Wobei: das passt ja auch irgendwie.</p>
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		<title>Weltenbummeln in Palermo</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 14:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Botanik]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Zebrastreifen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es braucht nicht viel für mich, um in Italien anzukommen. Ein Schritt aus dem Haus genügt. Eigentlich reicht es schon, das Fenster aufzumachen und den Hinterhofgeräuschen zu lauschen. Wenn ich aber auf der Straße stehe, umschwärmt mich diese spezielle Art von Leben, die es nur in (Süd-)Italien zu geben scheint &#8211; auch wenn diese Via Pietro Randazzo alles andere als eine Hauptstraße ist.</p>
<p>Seit sieben Tagen strahlt hier die Sonne, ungestört von spielverderberischen Wolken. Ich habe das zu ausführlichen Spaziergängen genutzt, etwa über den grandiosen Markt <a href="https://www.google.de/search?hl=de&amp;q=ballaro+palermo&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.r_qf.,cf.osb&amp;biw=1366&amp;bih=665&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;tbm=isch&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wi&amp;ei=PTpnT_uHL-HE4gTM9LyyCA" target="_blank">Ballarò</a> oder zum Hafen, in den Orto Botanico (den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Palermo" target="_blank">Botanischen Garten</a>) oder in die Parkanlage Foro Italico direkt am Meer.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.buchbensch.de/wp-content/uploads/2012/03/Foro-Italico.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-1400" title="Foro Italico" src="http://www.buchbensch.de/wp-content/uploads/2012/03/Foro-Italico.jpg" alt="" width="405" height="270" /></a></p>
<p>Faszinierend sind dabei vor allem die sprunghaft wechselnden Welten. Mit den Straßen, auf denen tatsächlich derjenige Vorfahrt hat, der am lautesten hupt, und Zebrastreifen nur Dekoration sind. Mit den Gässchen, in denen man unter weitgespannten Wäscheleinen hindurchgeht und in denen die Türen aller Häuser offen stehen. Mit den Hauptstraßen, an denen einem Aufkommen und undurchschaubare Anordnung des Verkehrs den Kopf verdrehen. Und, wenige Schritte davon entfernt, mit den Orten völliger Entspannung.</p>
<p>Auf den Bänken über dem Meer werde ich bestimmt noch häufig dem Rauschen der Wellen zuhören, die gegen die Felsen klatschen. Die lebendige Stadt, das zuweilen etwas hyperaktive Palermo, ist dort so nah und doch so weit weg.</p>
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		<title>Das Rennen gegen Gauck</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 19:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Bensch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Profilfoto]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Mal, wenn ich A.s Profilfoto bei Facebook sehe, muss ich lächeln. Wegen des Meeres und der untergehenden Sonne, die man am Horizont erahnen kann. Und als wir vor knapp einem Monat voneinander lasen, schrieb ich etwas, von dem ich ausging, es würde die leichteste Herausforderung der Welt werden: &#8220;Ich bin guten Mutes, dass ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Mal, wenn ich A.s Profilfoto bei Facebook sehe, muss ich lächeln. Wegen des Meeres und der untergehenden Sonne, die man am Horizont erahnen kann. Und als wir vor knapp einem Monat voneinander lasen, schrieb ich etwas, von dem ich ausging, es würde die leichteste Herausforderung der Welt werden: &#8220;Ich bin guten Mutes, dass ich ein Sonnenprofilfoto habe, bevor Deutschland einen neuen BuPrä bekommt&#8221;.</p>
<p>Nun habe ich noch fünf Tage und meine Zuversicht schwindet. Meine erste volle Woche in Palermo wurde begleitet von Regen, er- und unnachgiebig, Schreibwetter also. Und so saß ich vergangene Woche zwar kurz einmal auf der Terrazza a mare und ließ die Beine baumeln, machte Halt in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Giulia_%28Palermo%29" target="_blank">Villa Giulia</a>  und ließ mir auf einer Parkbank liegend die Sonne ins Gesicht scheinen, flüchtete aber, als die schwer Vermisste sich ihrerseits hinter eine Wolkenbank flüchtete.</p>
<p>Die schönen Seiten des Frühlings, das hat man mir geflüstert, machen gerade Teilen Deutschlands ihre Aufwartung. Hier sind sie nicht. Mitleid aber ist unangebracht. Erstens bin ich zum Arbeiten hier und tue das mit Eifer und Freude, zweitens &#8220;wirst Du noch oft genug über die Hitze da unten stöhnen&#8221;, wie D. treffend sagte.</p>
<p>Unfassbar, wie viel sich über so etwas Simples wie das Wetter erzählen lässt. . .</p>
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