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  • Posts Tagged ‘Wettbewerb’

    Gepflastert mit Schrott

    Samstag, April 14th, 2012

    Los ging es Dienstagnacht, etwa um zwei. Da lag ich im Bett und suchte nach einer Idee für eine Kurzgeschichte “von oben”, als Beitrag für den Wortlaut 2012 des österreichischen Senders fm4. Als die Idee dann kam, drehte ich mich um, knipste die Nachttischlampe an und schrieb bis halb fünf.

    Drei Nächte später, gestern, verabschiedete sich Der Freund und die Not (Arbeitstitel) ins Postfach meiner Testleserin. Es ist so schnell gegangen, weil ich mich von der Grundidee einer alten Geschichte habe inspirieren lassen. Sie ist zwei Jahre alt. Eine Ewigkeit also.

    Ich erinnerte mich, wie ich sie damals im Sommer 2009 schrieb, ganz begeistert von ihr war und grob beleidigt, als sie bei einem Wettbewerb durchfiel. Als ich sie am Dienstag erneut las, war ich entsetzt. Und fasziniert, im selben Moment. Es ist erstaunlich, wie mangelhaft die Geschichte in Wirklichkeit war, voller zweifelhafter Bilder und banaler Beschreibungen.

    Und so ziehe ich eine mutmachende Erkenntnis: möglicherweise werde ich als Schriftsteller nie wirklich gut sein, aber immer besser. Mein Weg entsteht beim Gehen. Und mag er auch gepflastert mit Schrott sein, ich strebe der Allee entgegen.

    Gysi, Dörrie, Bensch

    Samstag, Oktober 15th, 2011

    “Was sind das nur für Menschen die Beziehungen haben, betrachten die sich denn als Staaten?”, sang Heinz Rudolf Kunze Mitte der Achtziger. Kürzlich hat der Mann keinen Roman geschrieben (Vor Gebrauch schütteln) und ihn gestern bei Open Books auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. “Ich fand’s nicht so gut”, hat mir F. erzählt, als wir auf der Party der Jungen Verlage an der Bar eher zufällig ins Gespräch kamen. Ich konnte mir kein Urteil erlauben. Ich war abgehauen, bevor Kunze die Bühne betrat. Aber ich habe zuvor ins selbe Mikro gesprochen wie er.

    Mein Text Das Leben mit Tom ist der diesjährige Gewinner des Autorenwettbewerbs der Jungen Verlagsmenschen. Das ist gestern offiziell verkündet worden. Ich weiß es seit zwei Wochen – und lief seitdem mit einem inneren Lächeln durch die Welt. Die 25 Seiten sollen das Fundament sein, auf dem ich einen neuen Roman aufbauen möchte, spätestens in Palermo. Einstweilen arbeite ich daran, die Eindrücke zu verarbeiten, die auf mich herabgeprasselt sind.

    Es hat einen gewissen Charme, auf einem Podium zu sitzen, auf dem in den vergangenen Tagen schon Gregor Gysi, Jan Weiler, Wolf Biermann und Doris Dörrie Platz genommen haben. Rund 45 Minuten dauerten Lesung und Interview. Und es ist gut gelaufen. Christina Maria Landerl, die den Wettbewerb bei seiner Premiere vor zwölf Monaten gewonnen hat, ist in diesem Jahr veröffentlicht worden. “Es wäre toll, wenn es unserem diesjährigen Gewinner auch so ginge”, hat die Moderatorin Julia Strysio gesagt. Und sie hat recht.

    Eine Geschichte vom Scheitern

    Sonntag, Juli 17th, 2011

    Irgendwann, irgendwo in diesen vergangenen Monaten habe ich einen Kollegen sagen hören, den Journalisten zeichne aus, am nächsten Morgen zu hadern, weil der eben erschienene, gestern geschriebene Artikel besser hätte werden können. Und irgendwann, irgendwo während einer Autofahrt vor einigen Jahren hörte ich im Radio irgendeinen erfolgreichen Schriftsteller erzählen, er frage sich immer wieder, ob überhaupt irgendjemand das lesen wolle, was er gerade verfasse. Diese Zweifel gehören wohl zur Natur des Kreativen. Und doch fällt es mir schwer damit umzugehen, dass ich beim Traumwandeln auf dem schmalen rutschigen Steg in Richtung des publizistischen Ziels permanent Gefahr laufe, in den Matsch zu fallen.

    Immer, wenn ich mal wieder nicht zu den zwei Prozent gehöre, die es bei einem Wettbewerb in die engere Auswahl geschafft haben, denke ich an D. Oder wenn ich potentielle Agenten kontaktiere und auf die erste grundsätzliche Anfrage schon von mehr als der Hälfte nicht einmal eine Antwort erhalte. Wie überlastet, wie überlaufen, wie satt, wie mutlos, wie desillusioniert muss die Branche sein, dass sie eine solche Menge an Gescheiterten und Hadernden produziert? Ja und dann denke ich an D. und seinen Rat, bei Dingen zu bleiben, die ich gut kann. Er hat schon immer versucht, mich in eine Realität zu holen – und hier steht ganz bewusst nicht zurück zu holen -, der ich mich beharrlich verweigert habe. Andererseits: auch er ist daran noch immer gescheitert. . .


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