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  • Palermo Writing

    Es gibt diese eine Szene in Wim Wenders‘ gewohnt eigenwilligem Film Palermo Shooting. „Palermo?“, fragt da der Manager von Starfotograf Finn und in seiner Stimme hört man die nackte Verblüffung. Vielleicht mehr noch: den Zweifel am gesunden Menschenverstand des Klienten. „Hast Du einen blassen Schimmer wo Du das Shooting machen willst?“ Man sieht Campino, der diesen Finn spielt, aus dem Fenster des Fliegers blinzeln. „Nein ich war da noch nie“, antwortet er. „Aber ich gucke gerade Bilder an. Die gefallen mir.“ 2008, drei Tage vor Silvester, habe ich den Film in dem verträumten Stuttgarter Arthaus-Kino gesehen, in dem mich vor mehr als 20 Jahren schon Ronja Räubertochter zum Staunen gebracht hat. Und diese Stadt, diese Idee, ist mir seitdem nicht aus dem Kopf gegangen.

    Ich habe beschlossen, nächstes Jahr für vier Monate nach Palermo zu ziehen. Ich weiß noch nicht wohin. Ich weiß eigentlich überhaupt nichts von dieser Stadt, abgesehen von ihrer geografischen Lage und dem Namen ihres Fußballclubs. Aber ich weiß, dass ich dorthin möchte. Dass ich mich dort von März bis Juni 2012 in die Sonne, ans Wasser, auf Plätze setzen möchte. Dass ich durch die Gassen laufen möchte, um die Eindrücke auf mich einprasseln zu lassen. Dass ich Italienisch sprechen möchte. Und dass ich dort schreiben möchte. Ungebunden. Ungehindert. Kurzgeschichten, Romane, Gedichte, was immer mir einfällt. Also verlasse ich Ende des Jahres die Stuttgarter Zeitung – die Kollegen, das Blatt, die Herausforderungen, die mir ans Herz gewachsen sind – und folge dem Ruf der Ferne. Ich möchte mir in einigen Jahren nicht selbst vorwerfen müssen, keine Risiken eingegangen zu sein. Nicht der Risiken wegen. Sondern der Erfahrung. Der Horizonterweiterung. Des Lebens.

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    One Response to “Palermo Writing”

    1. Julia Says:

      Ich jedenfalls bin gespannt…

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