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  • Auf der Spielwiese der anderen

    „Du bist so still“, stellte A. fest, während die Häuschen entlang der Kirchheimer Fußgängerzone im Schritttempo an uns vorbeiflogen. Und später, in der Pause des Poetry-Slams im Club Bastion, trank sie einen Schluck Afri Cola und lächelte mich an. „Du bist schon ein bisschen nervös, oder?“ Meine Antwort fiel kurz aus. Ich war damit beschäftigt, Vierzeiler in meinem Kopf zu jonglieren.

    Eine Viertelstunde später berührte meine Stimme das Mikrofon. Das grelle Licht der Scheinwerfer blendete mich. Doch das Fieber, mit dem ich gerechnet hatte, kam nicht. Ich entließ meinen Text aus meinem Kopf und war überrascht, wie subjektiv flüssig er aus mir heraussprudelte. Es war kein Gewinnertext. Und noch weniger ein Gewinnerauftritt. Doch ich genoss ihn trotzdem.

    Und da war sie dann wieder: die dunkle Erkenntnis, nicht ins Reich der slammenden Poeten zu gehören. Neidlos gestand ich mir ein, dass andere spielerischer, unbekümmerter, poetischer waren. Es sind die richtigen an diesem Abend ins Finale gekommen und es war eine Freude ihnen zuzuhören.

    Und ich? Verließ die Bastion mit nach oben gerichteten Mundwinkeln. Irgendwie befreit. Sicherlich motiviert. Neue und alte Projekte warten auf mich. „Komm wieder“, hat Moderator Pierre Jarawan zu mir gesagt.  „Wahrscheinlich nicht so schnell“, sag ich ihm hiermit. Aber irgendwann sicher – wenn mir der Sinn nach einer Spielwiese steht.

    Hör- und Lesebeispiele:
    Rasmus Blohm – Damit rechnet niemand
    Florian Cieslik – Die letzten Worte 2
    Alex Burkhard – Die Bedeutung von Wasserhähnen

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