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  • Der Spalt und ich

    Der Hochnebel lag unversöhnlich über der Stadt und durch die Straßen kroch die graue Wucht des Herbstes. Am Utoquai schaute K. durch das Fenster der Tram hinaus auf den See. „Im Winter ist Zürich immer so“, sagte sie, „aber wart’s ab: Gleich fahren wir in die Sonne.“ Und als wir dann eine halbe Stunde später auf der Autobahn an Pfäffikon vorbeipfiffen, den Bergen entgegen, später den Walensee links liegen ließen, da war es, als hätte jemand einen Vorhang aufgezogen. „So schön“, sagte meine Fahrerin. „Die Schweiz ist so schön.“

    Bald darauf lehnte ich am Rand des Außenbeckens der Tamina Therme von Bad Ragaz und wünschte mir, eine wasserfeste Kamera vorbeischippern zu sehen. Ich hätte sie ergriffen und dieses Motiv festgehalten. Das Motiv mit dem großen nach oben spitz verlaufenden dreieckigen Felsen mitten im Becken, mit dem Häuschen auf der Wiese dahinter vor dem Berg, der auch ein Hügel gewesen sein kann – so genau weiß ich das nicht mehr. Aber das bunte Schimmern, die andere Seite des Schweizer Herbstes, ist mir in Erinnerung geblieben.

    Und morgen starte ich erwartungsfroh in die letzte Woche meines goldenen Oktobers. Ich habe dieses Gefühl, dass sich da vergangene Woche eine Tür geöffnet hat, einen Spalt nur fürs Erste. Doch das Licht, das mir in winzigen Strahlen entgegenscheint, ist eine Einladung. Ich muss nur ein wenig drücken. . .

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