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  • Nächte ohne Morgen

    Die Fragen mehren sich. „Haben Sie schon gepackt?“, wollen die einen wissen. Ob ich schon eine Wohnung in Palermo habe die anderen. Wann es denn nun los gehe. Wie ich mir alles vorstelle. Auf den Tag drei Monate bevor ich in ein Flugzeug nach Sizilien steige  – mit einem Gepäck, das die Obergrenze für das Gewicht ausreizen wird – antworte ich den Neugierigen mit einem Lächeln, einem Augenzwinkern, einem Hochziehen der Brauen. Oder, ganz häufig: mit einem Nein.

    Einem Nein, weil ich nicht weiß, wie es sein wird. Weil ich nicht weiß, was sein wird. Oder wo oder wann. Ich weiß nur, dass ich mich auf das Ungewisse freue. Ich freue mich darauf, um 23 Uhr nach Hause zu kommen und nicht ans Morgen zu denken. Anfangen zu schreiben und erst aufzuhören, wenn der Fluss in mir ausgetrocknet ist.

    In diesen Herbsttagen, in denen ich Anlauf nehme für den Schlussspurt bei der Zeitung, beobachte ich den Alltag mit hinter dem Kopf verschränkten Armen. Ich muss ein wenig aufpassen, damit nicht anzuecken. Bei der Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit werde ich immer ersteres ankreuzen.

    Und irgendwann im Januar werde ich morgens aufstehen und nicht in die Redaktion fahren, sondern an den Mailänder Platz, zum Rendezvous mit der Inspiration. Und um mit dem Ort der Lesung am 13. Februar warm zu werden.

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