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  • Von Zuckerbroten und Konsumgütern

    „Was bedeutet Ihnen dieser Preis?“, hat mich Holger Gayer, der Ressortleiter der sublokalen Magazine von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, beim Interview vor zwei Wochen gefragt. „Es ist eine Anerkennung. Ein Zeichen, auf dem richtigen Weg zu sein“, habe ich geantwortet.

    Etwas ausführlicher spiegelt das mein Artikel Vom Zuckerbrot naschen wider, der in der aktuellen Ausgabe der Qwertz, dem Mitgliedermagazin des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen, erschienen ist. Darin heißt es:

    „Der Wettbewerbsteilnehmer, der Kurzgeschichten verfasst, Zeit und Herzblut in sie investiert, und hinterher seinen Namen nicht in der Liste der Gewinner wiederfindet, schwebt in einem Zustand ständiger Ungewissheit. Weil er nicht weiß, ob er einen Preis hauchdünn oder meilenweit verpasst hat. Weil er keine Rückmeldung bekommt.

    Selbstzweifel sind unersetzlich, weil sie den Schreibenden dazu zwingen, sich zu hinterfragen. Für den Unveröffentlichten, den Unbeachteten, den Unentdeckten aber, sind Selbstzweifel ohne Gegengewicht auf die Dauer Gift. Weil kein Mensch, der immer nur die Peitsche spürt und nie vom Zuckerbrot naschen darf, auf ewig aufrecht bleiben kann.“

    Für dieselbe Ausgabe hat der Autor und Publizist Olaf Ludmann eine diskussionswürdige Nachbetrachtung der 63. Frankfurter Buchmesse verfasst. Das Buch sei kein Kulturgut mehr, weil keiner – Autoren, Lektoren, Verleger, Leser – die Zeit habe, es zu würdigen. Der Autor werde zum Hofnarr, ob ihm überhaupt jemand zuhöre sei Glücksache, Ruhm häufiger zweifelhaft als erstrebenswert. Weil das System für die, die es steuern, aber bestens funktioniere, gebe es keine Aussicht auf Besserung.

    Das ist, notgedrungen verkürzt dargestellt, Ludmanns Sicht der Dinge. Und es wäre gelogen, würde ich behaupten, ich hätte bei der Lektüre den Kopf geschüttelt. Und dennoch: sich entmutigen zu lassen, sich der Peitsche zu unterwerfen, sich in seiner Anpassung auf die Umstände aufzugeben wäre fatal.

    Es gibt immer einen Weg.

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