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  • Tage des Schlämmers

    „Zu viel Sport gemacht oder zu wenig?“, fragte mich der Apotheker, bevor ich seinen halben Laden leerkaufte. „Eher zu wenig“, antwortete ich spontan schlecht gelaunt – und überlegte mir noch im selben Moment, ob ich nicht doch besser den Telefonjoker gezogen hätte.

    Die Ironie will es so, dass ausgerechnet die Krankengymnastik, mit der ich meinen seit Weihnachten anhaltenden Rückenschmerzen den Kampf angesagt habe, dafür gesorgt hat, dass die Schmerzen zugenommen haben. Ich habe wohl an den Geräten etwas übertrieben. Gestern probierte ich sämtliche Körperhaltungen im Bereich zwischen Krabbeln und Stehen aus. Am Ende entschied ich mich fürs Liegen. Dauerhaft.

    Heute nun rammte mir meine Orthopädin eine Cortisonspritze in den Körper (das Verb ist selbstverständlich als Mittel der Dramatisierung zu verstehen, gewählt aus künstlerischer Freiheit, und meine Ärztin in Wirklichkeit eine einfühlsame Frau) und mein Physiotherapeut gab mir Hausaufgaben auf, nachdem er mich mit Massage und Fango (mit „f“, nicht mit „m“, lieber C.) benebelt hatte und sich anschließend meiner vernachlässigten Bauchmuskeln annahm. Von den Anweisungen („anspannen!“, „weiteratmen!“ – auch hier: künstlerische Freiheit!) ist mir noch immer etwas schwindelig.

    Nun liege ich im Bett und neben mir steht die Hälfte der halben Apotheke. Ich hatte nicht genug Geld dabei, zahlte den Rest aber immerhin in bar. Und ein wenig fühle ich mich wie eine Mischung aus Horst Schlämmer und Andrea Petkovic. Vom Sonnenschein des derzeitigen deutschen Frauentennis hätte ich mich in diesen Tagen gerne ablenken lassen. Aber sie ist verletzt, hat die Australian Open verpasst – ich leide mit ihr.

    Immerhin: schreiben geht auch in der Horizontalen. Und dieses Fangozeugs hat mich irgendwie inspiriert.

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