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    Es ist dieses euphorische Aufeinandertreffen der Fernsüchtigen aus aller Welt, die Tage und Nächte in einem Hostel wie dem Ai Quattro Canti so liebenswürdig machen. Die Backpacker sind schon ein sympathisches Völkchen, verbunden durch ihre Philosophie, zu arbeiten um möglichst viel zu leben.

    Und dann findet man sich genussvoll in einer Trattoria wieder und schwärmt gemeinsam mit einer Französin, einem Australier und einer Amerikanerin, die so gerne ihre russische Heimat sehen würde. Oder man tanzt mit einem Kanadier und einer Irin – Verbündete für den Augenblick – zwischen zerfallenen Häusern auf einem Platz, der tagsüber ein Fischmarkt ist.

    Das Hostel habe ich inzwischen verlassen. Ich sitze nun am Schreibtisch meines Zimmers in einer WG zwischen Bahnhof und Hafen, mit Blick auf einen typischen Innenhof voller bröckelnder Fassaden, die dieser Stadt den Charme des Antiperfektionistischen geben. In den ersten Tagen bin ich viel gestreunert. Ich saß auf dem Platz, auf dem Campino in Palermo Shooting saß, während Dennis Hopper mit Pfeil und Bogen auf ihn zielte. Ich folgte N. und seinen Freunden nach Bagheria, dem Heimatort Giuseppe Tornatores – und lauschte beim reichhaltigen Abendessen dem herrlich melodischen Geschnatter der Kleingruppen. Jetzt verarbeite ich erst einmal – und schreibe, allein 15 Seiten gestern.

    J. erzählte mir vorgestern bei einer Pizza Magherita, sie habe sich völlig in Palermo verliebt. Am Donnerstag fliegt sie zurück. Aber sie will wiederkommen, dieses Jahr noch. Ich bleibe.

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