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  • Das letzte Kapitel

    „Fa caldo“, sagte N. – ganz schön heiß da draußen. Ich schaute zum Fenster raus, sah nur die bekannten Wohnhausmauern, zuckte mit den Schultern. Wir trafen uns um 16.30 Uhr für eine kleine Tour – und als ich zur Wohnungstür heraustrat wusste ich, was er gemeint hatte.

    Als ich am 1. März nach Palermo flog, hatte ich mir in den Kopf gesetzt, zunächst und vor allem meinen Roman zu schreiben, in Ruhe und in Freiheit. Im Schnitt drei Seiten täglich, 21 in der Woche, das war mein Ziel. Viereinhalb Wochen und 180 Seiten später – im Schnitt fast doppelt so viel wie geplant – stehe ich vor dem letzten Kapitel.

    Ich hätte im März mehr rausgehen können, mehr Menschen kennenlernen, mehr Orte bereisen, mehr Italienisch sprechen, mehr Beobachten und Lernen. Ich habe hauptsächlich gearbeitet, mir immer wieder einen Schuss Inspiration geholt, wenn ich sie gebraucht habe. Ich wollte erst schreiben, den Rückenwind nutzen. Und wenn ich dazu die meiste Zeit in einem abgedunkelten Hinterhofzimmerchen verbringen musste.

    Spätestens Ende nächster Woche vollziehe ich den Perspektivenwechsel. Das Leben mit Tom ist natürlich noch längst nicht beendet – nur der erste Entwurf steht vor dem Abschluss. Es muss noch viel gefeilt, viel geschliffen werden. Aber das hat Zeit. Das braucht Abstand.

    Ich biege bei meinem Schreibmarathon auf die Zielgerade ein. Und freue mich auf kühle Getränke dahinter. Fa caldo.

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