• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Mein Alaska

    Da ist diese Szene in Sean Penns großartigem Film Into the Wild, die auch im Trailer zu sehen ist. Der junge Aussteiger Christopher McCandless erzählt dem Farmer Wayne von seinem großen Ziel: Alaska, die Wildnis, die Isolation. „Und was macht man dann da, in der Wildnis?“, will Wayne wissen. „Man lebt einfach“, antwortet McCandless.

    Es ist vier Jahre her, dass ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe. Ich quälte mich gerade für die Zwischenprüfung durch die Griechische Geschichte und brauchte dringend eine Auszeit. Also ging ich alleine ins Kino, angetrieben durch ein großartiges Interview mit Sean Penn in der ZEIT.

    Der Film, den ich zwei Tage später am Abend nach der Prüfung im selben Kino noch einmal in mich aufsaugte, traf mich mitten in einer sensiblen Phase, konfrontiert mit einem (vermeintlichen) Gehirntumor, der mich darüber nachdenken ließ, welche Schwerpunkte ich in meinem Leben setzen will.

    Meine Reise nach Palermo nähert sich der Halbzeit. Beim Gedanken daran, was ich bislang erlebt habe – zuletzt in dieser Nacht – kann ich nicht anders als lächeln. Und bei aller Vorfreude, Ende Juni die Heimat wiederzusehen, brenne ich auf die nächsten beiden Monate. Palermo ist mein Alaska.

    Natürlich mutet ein Vergleich mit dem wahrhaftigen Christopher McCandless etwas seltsam an, ich habe nicht die Zivilisation hinter mir gelassen, sondern nur die gewohnte Umgebung. Dennoch suche und finde ich hier die Isolation regelmäßig und stelle voller Freude fest, wie fruchtbar sie ist.

    Mit dem, was viele unter Carpe diem verstehen, kann ich wenig anfangen. Ich lasse mir ungern Druck machen. Und meine Definition von leben (im Sinne von erleben) deckt sich erfahrungsgemäß mit der vieler anderer nicht. Deswegen sträube ich mich davor, Allgemeingültiges zu behaupten.

    Aber die Triebfeder meines Lebens ist eine feste Überzeugung. Sie lautet: wer nicht hin und wieder einen Bruch vollzieht, bleibt stehen. Und Stillstand ist nie gut.

    Tags: , , , ,

    Leave a Reply