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  • James Franco und die Gassenhauer

    Im Schatten des Amphitheaters von Taormina gibt es einen Ort, an dem bleibt die Zeit stehen. Solange jedenfalls, bis die asiatische Reisegruppe kommt und vor lauter Begeisterung die Kameras zückt. Aber damit muss man leben. Soziopathen haben in diesem Städtchen nichts verloren.

    Es bietet sich an, früh aufzustehen, um ihnen zu entgehen: den Menschen mit Käseknien und Nummernaufklebern – damit auch jeder sieht, ob sie dem Führer mit der Nummer 18 oder 37 folgen. Sie machen die Straße der Sehenswürdigkeiten, den Corso Umberto I, zum Unort. Sie und die Gassenhauer, die aus jedem zweiten Geschäft rauschen. Überall anders wäre die Musik romantisch, hier wirkt sie aufgesetzt.

    Trotzdem hat Taormina und Umgebung viel zu bieten. Vor allem wenn man bereit ist, sich zu bewegen. Der Fußmarsch ins Bergdorf Castelmola ist zwar ein Höllenritt, entschädigt aber mit besten Aussichten. Die weiß man zu schätzen, wenn das T-Shirt nassgeschwitzt von der eigenen Anstrengung ist.

    Und dann sind da noch die Gole Alcantara. In den Schluchten darf man sich ein wenig fühlen wie in einem Film von Danny Boyle, irgendwo zwischen The Beach und 127 Hours.

    Mehrmals am Tag fährt ein Linienbus in den Nationalpark. Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, was überall auf dieser Insel gilt. Der Bus kommt, wenn er kommt, auch mal zehn Minuten zu früh. Und er hält, wenn man ihn anhält.

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