• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Archive for September, 2012

    Bei Wind und Stille an der Donau

    Donnerstag, September 27th, 2012

    Die Fahrt mit der zuckelnden Überlandstraßenbahn dauerte eine gefühlte Stunde. Aber man hatte mir empfohlen, Szentendre zu besuchen. Also ließ ich Budapest hinter mir, war gespannt und glaubte hinterher, der Mann hinter der Empfehlung müsse da was verwechselt haben. Oder ich.

    Es ist nicht so, als hätte Szentendre gar keinen Charme. Ich fühlte mich nur an die Tourismus-Hauptverkehrsgässchen von Cefalù und Taormina erinnert – und an meine Flucht vor ihnen. Ich setzte mich über der Donau auf eine Bank und ließ den Wind meine Haare zersausen.

    Und da musste ich – nicht ohne Grund – wieder an die Ausschreibung mit dem Lärm denken, der verstummt, um Stille freizusetzen. Und an die Kurzgeschichte, die ich dafür schrieb.

    Ich bin bisher zweimal in Budapest gewesen, 1992 und 1999. Meine Erinnerungen waren vage. Nun ist der Speicher wieder voll: Ich tapste durchs Burgviertel, saß auf der Margareteninsel unter einem Kastanienbaum, plantschte in den Szechenyi-Thermen und lauschte im Szimpla Bunkermusik.

    Seitdem spricht nichts mehr gegen die geplante Rückkehr im nächsten Jahr. Als ich vorgestern Nacht mit einer Packung stilechter Paprikachips durch die Straßen lief, machte mich die Jugendlichkeit des Hauptstadtlebens gleichzeitig sehnsüchtig und neidisch.

    Für mich war dieser Trip der Auftakt für Wochen, in denen sich entscheidet, wie viele Früchte die Arbeit meines Jahres tragen wird. Stille ist praktisch ausgeschlossen – ich tanze demnächst nicht nur auf literarischen Hochzeiten.

    Aber was den Lärm sonst so angeht. Ausnahmsweise darf’s ein bisschen mehr sein.

    Coaching in Charlottenburg

    Montag, September 10th, 2012

    Der Flug in die Hauptstadt war mit sanften Turbulenzen verbunden. Erst fehlte der Kapitän aus nicht näher erklärten Gründen – einige spekulierten, er sei betrunken, andere nicht getrunken genug gewesen. Und als der Ersatzmann aus Köln im Cockpit saß und wir auf die Startbahn rollten, fiel ein Instrument aus. Verspätung gesamt: drei Stunden.

    Der Wochenendtrip hat sich trotzdem gelohnt. Nicht nur, weil ein Jahr wie dieses ohne Berlin-Aufenthalt unvollständig geblieben wäre, sondern wegen des Schnupperseminars der Akademie für Autoren, auf das ich durch einen Hinweis des Bundesverbands junger Autoren aufmerksam wurde.

    An einem Tag den kompletten Weg Von der Buchidee zum Verlagsvertrag zu marschieren ist natürlich illusorisch. Doch darum ging es mir nicht. Ich hatte ein Exposé, ich hatte eine Leseprobe und ich bekam – sie mögen mir die Bezeichnung verzeihen – zwei alte Verlagshasen, die mir ein verarbeitbares Feedback dazu gaben.

    Allein zu erfahren, wie man ein Exposé, mein Exposé, am klügsten aufbaut, war mir angesichts vieler widersprüchlicher Ratgeber die Investition von (absolut fairen) 70 Euro für ein Tagesgruppenseminar wert. Dazu gaben Maria Koettnitz und Dr. Harry Olechnowitz noch hilfreiche Einblicke ins Seelenleben von Lektoren und Verlagen.

    Wie nicht anders zu erwarten war, taten auch diese Wahrheiten zuweilen weh. Aber ohne Schmerz kann es keinen Fortschritt geben. Der Weg zum Verlagsvertrag ist lang und dahinter liegen weitere steinige. Aber ich kenne die Richtung.