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  • Die Kirche hinter Wald und Nebel

    Das Navi lotste uns durch die Dunkelheit. Aber war der Stimme wirklich zu vertrauen? „Glaubst du, wir sind richtig?“, fragte T. und ließ keinen Zweifel daran, dass er Zweifel hatte. Am flutlichterleuchteten Fußballplatz mit den wieselnden Junioren vorbei ging es durch den Wald, dann mal rechts, mal links – und plötzlich waren wir da: vor der katholischen Kirche Born.

    Die Besucher des 4. Brüggener Literaturherbstes wärmten sich an Bechern voll dampfendem Tee und drängten sich in den Kirchenbänken. Die ersten Klänge der Harfenistin ließen sie aufhorchen – dann trat die Organisatorin und Herausgeberin der Anthologie „Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist“, Ellen Roemer, ans Mikro.

    Sieben Gedichte, Gebete und Geschichten folgten, und eine stammte von mir: Klaus und das Meer, entstanden während meiner Zeit in Palermo. Viereinhalb Stunden waren T. und ich gefahren, um den Text zu präsentieren. Viereinhalb Stunden durch den Nebel und den Regen. Doch ich wollte das. Ich wollte meine erste Veröffentlichung von einer Bühne rufen.

    Und wie ich da stand und las, da fühlte ich mich wohl. Da war keine Spur von Aufregung. Ich schaute in die Gesichter konzentrierter Lauscher und lächelte in mich hinein. Das Lob des Deutschlehrers, seine Freude über die „lebendigen Verben“ freute mich. Es war eine lange Reise für kurze Augenblicke, aber es hat sich gelohnt.

    Nur eines betrübte mich – später, als T. und ich auf der Suche nach einer Mahlzeit durch die märchenhafte Fußgängerzone Brüggens schlenderten: die Dunkelheit. Ich hätte gerne mehr gesehen von der „gastlichen Gemeinde im Naturpark Schwalm-Nette„. Aber vielleicht komm‘ ich mal wieder.

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