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  • Archive for Dezember, 2012

    Was vom Jahre übrig bleibt

    Freitag, Dezember 28th, 2012

    „Dies und das ist wirklich gut, aber . . .“, sagen sie. Und: „Gewöhnen Sie sich an Rückschläge. Sie werden noch einige erleben.“ Vergessen dabei nie zu betonen: „Verlieren Sie Ihren Glauben nicht. Seien Sie geduldig“. Man vernimmt die Worte, lässt sie zirkulieren, saugt das Mut machende auf, registriert aber vor allem eines: man steht mit leeren Händen da.

    Denkt man.

    Und dann denkt man genauer darüber nach. Fängt an zu vergleichen: das Bild der Entscheidungsträger mit dem eigenen. Erste Entwürfe mit den letzten. Die Erwartungen an ein Jahr voller genussvoller Momente selbstgewählter Isolation mit seinen Realitäten. Die verschiedenen Optionen fürs Heute, Morgen und Übermorgen miteinander.

    Man erkennt: sich als missverstandende Unentdeckung aufzuführen wäre purer Narzissmus, zu behaupten, alles sei umsonst gewesen, weinerliche Selbstverleugnung. Die Resultate, die man sich erhofft hat, werden – wahrscheinlich – noch eine kleine oder große Weile auf sich warten lassen. Aber das heißt nicht, dass sie nicht kommen werden.

    Das Schriftstellerleben ist wie das Leben selbst: ein ewiger Lernprozess, eine stetige Weiterentwicklung, eine erst mit dem Tod endende Neuerfindung. Das mag manchmal ermüdend sein oder niederschmetternd. Aber es ist auch herrlich spannend.

    Insofern: auf ein Neues!

    Der leise Knall zur Versöhnung

    Dienstag, Dezember 11th, 2012

    Die Anthologie Veränderung beginnt mit einem Flüstern mit meiner Kurzgeschichte Die Versöhnung ist jetzt erschienen. Das E-Book kostet 99 Cent. So beschreibt btb das Werk:

    Der eine will auf dem höchsten Turm der Dresdner Innenstadt nach einem anstrengenden Meeting bloß ein bisschen frische Luft schnappen, als er einen zutiefst verzweifelten jungen Mann entdeckt. Der zweite will seine Tochter noch ein letztes Mal sehen, nachdem sie sich zwanzig Jahre lang aus dem Weg gegangen waren. Die dritte ist Ärztin und kann den Tod eines ihrer kleinen Patienten kaum ertragen. Die vierte wünscht sich, sie hätte an diesem Morgen niemals die Tür geöffnet. Und die fünfte begeht des Nachts einen kaltblütigen Mord. An diesem Punkt angekommen verändert sich für jeden der fünf einfach alles.

    Die Gewinnertexte des Schreibwettbewerbs zu Kathryn Stocketts „The Help“ haben eines gemeinsam: Grundlegende Veränderungen im Leben beginnen nicht immer mit einem großen Knall, sind selten vorhersehbar und schon gar nicht planbar. Manchmal ist es eine scheinbar unwichtige, nebensächliche Situation, etwas, womit keiner gerechnet hat . . .

    Ich glaube, ich widme die Veröffentlichung Vico. Was gebe es passenderes?

    Im wohligen Schatten der Guten Geister

    Sonntag, Dezember 2nd, 2012

    Ich weiß noch, es war vor etwa einem Jahr, da zermarterte ich mir meinen Kopf wegen der Ausschreibung eines Wettbewerbs. Veränderung beginnt mit einem Flüstern hieß der und verlangte eine „berührende Kurzgeschichte“. Und wie ich auf dem Weg zu einem Auftrag für die Zeitung durchs Leinfeldener Laub lief, sah ich unvermittelt eine Einstiegsszene vor mir.

    Der Rest kam, wie es so häufig ist, beim Gehen und Schreiben. Die entstandene Geschichte trägt den Titel Die Versöhnung und wird am Montag, 10. Dezember, in einem erschwinglichen E-Book erscheinen, zusammen mit den Beiträgen vierer wundervoller Kolleginnen. Das hat der btb Verlag jetzt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

    Für mich schließt sich ein Kreis. 2011 war der Wettbewerb der letzte Anlass fürs belletristische Arbeiten, nun blicke ich (nicht nur) dank dieser Veröffentlichung lächelnd zurück auf ein Jahr des Aufbruchs. Und zu verdanken habe ich den Erfolg der Tatsache, dass ich den Film The Help rezensiert habe und so auf die Aufschreibung aufmerksam wurde.

    Dass die Autorin der Romanvorlage, Kathryn Stockett, mit ihrem Manuskript bei so vielen Agenten abblitzte, bevor es ein Erfolg wurde, amüsiert mich übrigens immer noch. Es zeigt mir: den Beharrlichen gehört die Welt.