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  • Archive for Januar, 2013

    Im Schwitzkasten der Kreativität

    Sonntag, Januar 27th, 2013

    Bei Facebook habe ich ein Album namens Wo die Ideen wachsen. Ich wäre versucht, ihm weitere Fotos hinzufügen, müsste ich nicht mindestens mit bösen Blicken, im schlimmsten Fall gar mit einem Tête-à-Tête mit der Staatsgewalt rechnen. Denn der Ort, an dem ich fotografieren müsste, ist mein Fitnessstudio. Oder ganz genau: die Sauna.

    Seitdem ich mit Rudern angefangen habe und dem strengen Rat meiner freundlichen Trainingsplanerstellerin zu folgen versuche, dreimal in der Woche die Muskeln spielen zu lassen, nutze ich die Ausflüge ins Studio zur inneren Kopfreinigung. Selten kommen die besten, die rettenden Ideen beim Grübeln. Sie kommen unerwartet.

    Ich habe wie erwähnt in den vergangenen Wochen viele Schreibratgeber gelesen, immer mit einer gewissen Skepsis, weil das trotzige Kind in mir meint, einen eigenen Weg zu finden sei die bessere Lösung, sich an goldene Regeln anderer zu halten nur eine Einbahnstraße in Richtung Verkrampfung.

    Doch natürlich gibt es allgemeingültige Regeln, an denen sich Schriftsteller orientieren sollten, nicht nur handwerkliche. Und an die eine glaube ich fest: Wenn du nicht weiterkommst mit der Stoffentwicklung, wenn du an deiner Idee zweifelst, wenn alles über dir einzustürzen droht, entferne dich.

    Warum? Weil die Lösung kommen wird. Und mit ihr die Erlösung. Es gibt nichts Entspannenderes, als nach einem Saunagang im Ruheraum zu liegen und plötzlich beim Abschweifen den nächsten Satz vor Augen zu sehen. Oder den ersten, den Einstieg in eine neue Geschichte, in ein neues Projekt. Wenn man stoppt, geht es manchmal am leichtesten weiter.

    Schreiben und tanzen am Abgrund

    Freitag, Januar 11th, 2013

    Eigentlich ist es albern, dieses Durchstarten nach Silvester. Und doch ist es schwierig, sich vom Sog der guten Vorsätze zu lösen, erst recht, wenn mit dem neuen Jahr auch ein neues Lebensjahr beginnt. Und so habe ich es wieder getan, habe den Staub der Schaffenskrise zum Finale von 2012 abgeklopft und einmal kräftig durchgeschnauft.

    Seitdem sind die Rohfassungen zweier Kurzgeschichten und der Beginn einer dritten entstanden, durch meinen Kopf kreisen Ideen für ein neues Romanprojekt und ich habe mich durch Schreibratgeber gewühlt – im festen Willen, an meinem Handwerk zu schleifen. Eine Liste der aus subjektiver Sicht hilfreichsten Texte findet sich unten.

    Und dann ist da noch die andere Seite, die meinen Tagen in diesen Tagen Struktur verschafft: die journalistische, die geldbringende, broterwerbende. Eine Seite, die vielen Kollegen wenig Spaß bereitet in Zeiten des Zeitungssterbens, der ungewissen Sparpläne, der drohenden Personalkürzungen, der führenden Planlosigkeit.

    Die Hartnäckigkeit, mit der geschätzte Kollegen in den vergangenen Tagen einen (durchaus großartigen) belgischen Werbespot zur Faszination Zeitung verbreitet und als Zeichen der Zukunftsträchtigkeit verkauft haben, erinnert ans Pfeifen im Walde. Es wirkt auf mich wie ein trotziges fast verzweifeltes Klammern an eine vage Hoffnung.

    Für mich, den freien Freien, bleibt nur die Suche nach scheinbar standfesteren Geschäftsmodellen und den Genuss des Berichtens über bestimmte Themen und Termine, solange sie noch zu genießen sind. Die Zeitungsarbeit ist ein Schreiben und Tanzen am Abgrund, als Marc Bensch stehe ich am Fuße des Berges und versuche zu kraxeln.

    Beides kostet eine Menge Energie. Doch die Speicher sind gefüllt. Das Jahr ist ja noch jung.

     

    Zum Handwerk des Literaten: ein paar Empfehlungen

    Aristoteles: Poetik
    Sol Stein – Über das Schreiben
    Elizabeth George – Wort für Wort oder Die Kunst ein gutes Buch zu schreiben
    Patricia Highsmith – Suspence: Wie man einen Thriller schreibt
    Hans Peter Roentgen – Vier Seiten für ein Halleluja