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  • Schreiben und tanzen am Abgrund

    Eigentlich ist es albern, dieses Durchstarten nach Silvester. Und doch ist es schwierig, sich vom Sog der guten Vorsätze zu lösen, erst recht, wenn mit dem neuen Jahr auch ein neues Lebensjahr beginnt. Und so habe ich es wieder getan, habe den Staub der Schaffenskrise zum Finale von 2012 abgeklopft und einmal kräftig durchgeschnauft.

    Seitdem sind die Rohfassungen zweier Kurzgeschichten und der Beginn einer dritten entstanden, durch meinen Kopf kreisen Ideen für ein neues Romanprojekt und ich habe mich durch Schreibratgeber gewühlt – im festen Willen, an meinem Handwerk zu schleifen. Eine Liste der aus subjektiver Sicht hilfreichsten Texte findet sich unten.

    Und dann ist da noch die andere Seite, die meinen Tagen in diesen Tagen Struktur verschafft: die journalistische, die geldbringende, broterwerbende. Eine Seite, die vielen Kollegen wenig Spaß bereitet in Zeiten des Zeitungssterbens, der ungewissen Sparpläne, der drohenden Personalkürzungen, der führenden Planlosigkeit.

    Die Hartnäckigkeit, mit der geschätzte Kollegen in den vergangenen Tagen einen (durchaus großartigen) belgischen Werbespot zur Faszination Zeitung verbreitet und als Zeichen der Zukunftsträchtigkeit verkauft haben, erinnert ans Pfeifen im Walde. Es wirkt auf mich wie ein trotziges fast verzweifeltes Klammern an eine vage Hoffnung.

    Für mich, den freien Freien, bleibt nur die Suche nach scheinbar standfesteren Geschäftsmodellen und den Genuss des Berichtens über bestimmte Themen und Termine, solange sie noch zu genießen sind. Die Zeitungsarbeit ist ein Schreiben und Tanzen am Abgrund, als Marc Bensch stehe ich am Fuße des Berges und versuche zu kraxeln.

    Beides kostet eine Menge Energie. Doch die Speicher sind gefüllt. Das Jahr ist ja noch jung.

     

    Zum Handwerk des Literaten: ein paar Empfehlungen

    Aristoteles: Poetik
    Sol Stein – Über das Schreiben
    Elizabeth George – Wort für Wort oder Die Kunst ein gutes Buch zu schreiben
    Patricia Highsmith – Suspence: Wie man einen Thriller schreibt
    Hans Peter Roentgen – Vier Seiten für ein Halleluja

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    2 Responses to “Schreiben und tanzen am Abgrund”

    1. Adriana Says:

      Ein weiteres Buch für die Empfehlungen: The Writer’s Journey, Christopher Vogler (Deutscher Titel ist mir im Moment entfallen, sorry).
      Auch wenn es da um Drehbücher geht, habe ich sehr viel davon in meinen Romanen umsetzen können =)
      LG
      Adriana

    2. Susanne Diehm Says:

      Noch ein Buch für Journalisten, die Alternativen suchen:
      Die ‚Macht der Worte. Schreiben als Beruf‘ stellt 20 Berufe und Handlungsfelder des Schreibens vor. Michael Firnkes und ich haben darin Menschen befragt, die versuchen, vom Schreiben zu leben. Nicht nur in der digitalen Welt wie (Corporate) Blogger und Social Media Manager, sondern auch Schreibpädagogik und Schreibcoaching haben wir betrachtet. Das mag für einen Journalisten und Schriftsteller nicht die Erfüllung bringen, aber es bessert die Haushaltskasse auf; und Menschen beim Schreiben zu begleiten, kann auch zur Leidenschaft werden. Wer sich für Ansätze Kreativen Schreibens interessiert und eher ‚herkömmliche‘ Schreibberufe auf Perspektiven hin durchleuchten will, dem sei ‚Wie Kreatives Schreiben beflügelt… auf dem Weg zum Traumjob‘ empfohlen. Im Nachhinein empfinde ich meinen eigenen Buchtitel (gemeinsam mit Lena Hach) ein wenig zu vollmundig, aber vor einem Jahr war auch ich noch voller Illusionen… wünsche allen Schreibenden, dass sie Leidenschaft und Vernunft gut zusammen bekommen und nicht aus dem Auge verlieren, wer sie sein wollen – übrigens: man kann auch ’sein‘ ohne Veröffentlichung :-).

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