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  • Im Schwitzkasten der Kreativität

    Bei Facebook habe ich ein Album namens Wo die Ideen wachsen. Ich wäre versucht, ihm weitere Fotos hinzufügen, müsste ich nicht mindestens mit bösen Blicken, im schlimmsten Fall gar mit einem Tête-à-Tête mit der Staatsgewalt rechnen. Denn der Ort, an dem ich fotografieren müsste, ist mein Fitnessstudio. Oder ganz genau: die Sauna.

    Seitdem ich mit Rudern angefangen habe und dem strengen Rat meiner freundlichen Trainingsplanerstellerin zu folgen versuche, dreimal in der Woche die Muskeln spielen zu lassen, nutze ich die Ausflüge ins Studio zur inneren Kopfreinigung. Selten kommen die besten, die rettenden Ideen beim Grübeln. Sie kommen unerwartet.

    Ich habe wie erwähnt in den vergangenen Wochen viele Schreibratgeber gelesen, immer mit einer gewissen Skepsis, weil das trotzige Kind in mir meint, einen eigenen Weg zu finden sei die bessere Lösung, sich an goldene Regeln anderer zu halten nur eine Einbahnstraße in Richtung Verkrampfung.

    Doch natürlich gibt es allgemeingültige Regeln, an denen sich Schriftsteller orientieren sollten, nicht nur handwerkliche. Und an die eine glaube ich fest: Wenn du nicht weiterkommst mit der Stoffentwicklung, wenn du an deiner Idee zweifelst, wenn alles über dir einzustürzen droht, entferne dich.

    Warum? Weil die Lösung kommen wird. Und mit ihr die Erlösung. Es gibt nichts Entspannenderes, als nach einem Saunagang im Ruheraum zu liegen und plötzlich beim Abschweifen den nächsten Satz vor Augen zu sehen. Oder den ersten, den Einstieg in eine neue Geschichte, in ein neues Projekt. Wenn man stoppt, geht es manchmal am leichtesten weiter.

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