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  • Tische für die Leidenschaftsgetriebenen

    Der ältere Wortausspucker im ICE ließ seine Umgebung wissen, dass amerikanische Unterhosen früher auch schon mal besser waren. Um ihn herum saßen stirnrunzelnd lächelnd Menschen, vertieft in Feuilletonbeilagen und Tablets. Und durch den Zug wehte eine Atmosphäre, die einen schon kurz hinter Frankfurt lehrte, dass sich Leipzig näherte.

    Verschiedene Missionen trieben mich auf die Leipziger Buchmesse 2013, die erste Autorenrunde von Leander Wattig – jene organisierte Kollision von Autoren untereinander und mit Menschen aus Verlagen oder Agenturen, die wissen, was sie tun, was sie von sich und von anderen wollen und erwarten – war eine ganz wesentliche.

    In einer Welt, in der die geschicktesten Netzwerkspinner die größten Chancen haben, aus Schatten zu treten, muss gerade der schreibende Einsiedler hin und wieder das Licht seiner Schreibtischlampe ausknipsen und sich ans Tageslicht wagen, weil nur die Summe vieler Erfahrungen Ergebnisse macht.

    Ein Beispiel: „Was Autoren bei der Buchvermarktung von Film und Fernsehen lernen können“ schilderte der Filmemacher und Autor Detlev F. Neufert und berichtete von seiner Methode des höflichen Nervens. Sein von Grace Hopper geborgtes Motto: „Better ask for forgiveness than for permission“.

    Natürlich: nicht alles, was während der sechs Tischgespräche gesagt und geraten wurde, war neu. Die Probleme der Leidenschaftsgetriebenen und ihre theoretischen Lösungen sind weitläufig bekannt. Doch darum ging es nicht. Es ging um individuelle Erfahrungen im kollektiven Austausch, um ein Stück Gemeinschaft unter Konkurrenten.

    Es gibt genauso viele Gründe wie Missionen, die Leipziger Buchmesse im kommenden Jahr wieder zu besuchen. Die zweite Autorenrunde wäre ein ganz wesentlicher.

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