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  • Die Botschaft des Berges

    Natürlich versteckte sich irgendwo in meinem Rucksack ein Stadtplan, aber er sollte nur im Notfall zum Einsatz kommen. Wer ziellos dahinschreitet, erlebt größere und schönere Überraschungen. Anderswo ist das mein Leitsatz. Und als ich dann zum Abendessen auf der Halbinsel Ortigia von Siracusa aufbrach, lief ich direkt in den Sonnenuntergang.

    Das ist auf den Tag genau ein Jahr her. Heute endet mit dem Rückflug von Graz nach Stuttgart Teil eins meiner Europatour 2013. Ziemlich verregnet war der Trip, nicht ganz so wie die Woche in Deutschland, aber doch recht nass. Fürs Schreiben war es förderlich. Und es gab sie trotzdem, die Sonnentage, die mich in die Altstadt lockten.

    Graz

    Mein erster zielloser Gang führte mich an die Mur, mein zweiter auf den Schlossberg. Wasser und Berg, das sind die Orte, die mich anziehen, egal wo ich bin, egal wo ich hinfahre. Über Brücken zu gehen und die Strömung zu beobachten, auf Aussichtsplattformen zu klettern und das Gesamtgefüge zu bewundern – das sind meine Ziele.

    Natürlich hätte es die Möglichkeit gegeben, mit dem Aufzug auf den Schlossberg zu fahren. Aber wie hätte ich das tun können? Nein, bei solchen Ausflügen muss man das vom Schweiß klatschnasse T-Shirt am Rücken kleben spüren, man muss laufen, bis man den Ort gefunden hat, an dem man Rast machen und das Notizbuch herausholen will.

    Unweit des Uhrturms in Graz hatte jemand Yolo auf einen Steinpfosten geschrieben. Es fiel mir erst auf, nachdem ich mich dort niedergelassen hatte, aber ich fand es passend. Aus dem Gartenrestaurant hinter mir kamen Alpenmusik-Klänge und selbst das fügte sich auf erschreckende Art und Weise ein in meine Gefühlslage: Genau so will ich leben.

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