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  • Auf einen Lebkuchen im Schlafsack

    Die Sonne schien uns ins Gesicht, doch ihre Strahlen drangen nicht mehr in voller Stärke zu uns durch. Die Rückenlehne meines Stuhls war noch warm vom Vorsitzer. Aber auch sie kühlte rasch ab. D. und ich lächelten trotzdem. Nach einer kraftgetriebenen Rückenmassage in ein Badetuch gewickelt saßen wir im Freien und wussten, dass alles gut ist.

    Mit dem Besuch in der Therme ließen wir den Oktober hinter uns, der für uns beide anstrengend gewesen ist. Meine Verspannungen zu lösen hat mehrere Anläufe gekostet, aber ich verließ den Wellness-Bereich als befreiter Mann. Und als am Abend die Kälte drohte, an mir hochzukriechen, verkroch ist mich – in meinen Schlafsack.

    Wenn es auf den Winter zugeht, ist mir der alte Kamerad ein treuer häuslicher Begleiter. Mitte der Neunziger waren wir schon gemeinsam im Zeltlager an der Costa Brava, heute wärmt er mich beim Überarbeitungspläne schmieden. Rechts neben mir liegt ein vernachlässigtes Manuskript und buhlt um Aufmerksamkeit.

    In den vergangenen Wochen war es zeitweise so, dass mich allein der Gedanke an die im letzten Beitrag angedeuteten Aufgaben und Projekte lähmte, weil ich in ihrem Sog zu ertrinken fürchtete. Da war kein Platz für Kreativität, jedenfalls keiner für literarische. Doch das liegt hinter mir. Und vor mir liegt: der November.

    Ich habe eine selbstauferlegte Frist, die mich daran hindert, vor dem 1.11. Lebkuchen anzurühren. Das ist mein persönlicher Protest gegen eigenwillige Zeitpläne der Lebensmittelmärkte. Bei nächster Gelegenheit werde ich mir Herzen, Sterne, Brezeln besorgen – als Nervennahrung im Schlafsack.

    Und nein, ich beteilige mich nicht am NaNoWiMo. Aber ich überarbeite. Endlich.

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