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  • Das Treffen der Einzelkämpfer

    Normale Menschen, sie mögen mir verzeihen, wenn ich sie so nenne, schütteln den Kopf über mich. Zumindest dann, wenn ich ihnen erzähle, wann ich zurzeit aufstehe und wann ich ins Bett gehe.Weil mein aktueller Rhythmus mit normalen Verhältnissen, auch in diesem Fall bitte ein Augenzwinkern hinzudenken, nichts zu tun hat.

    Mich stört das nicht, weder das Kopfschütteln, noch der Fall aus der Reihe. Es kann, gerade in dieser Jahreszeit, von großem Vorteil sein, erst so richtig auf Betriebstemperatur zu kommen, wenn es draußen dunkel wird. Und so fristete ich viele der vergangenen Novembernächte vor dem Computer. Las, grübelte, strich, korrigierte, schrieb – überarbeitete.

    Ich mag keine Superlative, wegen ihrer Subjektivität, daher spreche ich ganz ohne Steigerung vom einsamen Job des Schriftstellers. Diese Rolle gefällt mir, das Alleinsein mit einem Projekt, das wie ein Stück Hefe ist, vor meinem staunenden Auge lebt, geschickt kombiniert mit anderen Zutaten wächst und am Ende schmeckt – zumindest mir.

    Natürlich ändert das nichts daran, manchmal mit den anderen Wölfen heulen zu müssen. „Hört sich ziemlich trocken an“, war die Reaktion der Normalen, als ich ihnen erzählte, dass ich zur Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg gehe. Mag sein, dachte ich, ging aber trotzdem. Weil ich den Austausch suchte.

    Und dann saß ich da, unter überwiegend älteren, etablierten Kollegen wie Jürgen Lodemann (dessen NORA ich mochte) und Rainer Wochele, aber auch ein paar jüngeren, lauschte, wählte, brachte mich ein und fühlte mich nach sechs Stunden keinesfalls ermattet, sondern frisch motiviert. Wie gut, dass es draußen schon wieder dunkel war.

    Schriftsteller sind Einzelkämpfer, keine Frage. Aber zuweilen tut es gut, Windmühlen und einfacher zu bezwingende Ungetümer Ungetümer sein zu lassen und hinaus zu gehen, über Werke zu sprechen, über Sackgassen, über kleine Momente des Glücks. Es muss ja nicht unbedingt nachts sein.

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