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  • Archive for Dezember, 2013

    Was vom Jahre übrig bleibt (2013 Ed.)

    Montag, Dezember 30th, 2013

    „Dein Buch ist gut, vielleicht sehr gut“, schreibt die erste Testleserin und führt in zwei tief gehenden E-Mails auf, was sie an meinem aktuellen Roman gefesselt und beschäftigt hat, welche Fragen er für sie aufwirft, aber auch, wo sie Nacharbeitungsbedarf sieht. Ihr Fazit streichelt meine Seele, ihre Hinweise motivieren mich.

    Sie ist nur die erste von sieben, auf deren Meinungen ich warte, mit einer Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und Furcht. Dieser Roman, der ein Jahresprojekt war, wird mich ins neue Jahr begleiten, weil ich mir dessen bewusst bin, dass ich ihn noch einmal werde überarbeiten müssen, bevor er in die Welt geht, auf die Suche.

    Insofern bilden diese Tage – oder dieser eine, der morgen, der ganz plötzlich gekommen ist – anders als 2012 keinen richtigen Abschluss, keinen Schnitt, sondern höchstens einen sanften Übergang. Vieles, was ich in diesem Jahr angegangen bin, ließ sich nicht realisieren. 2014 wird es neue Anläufe geben, neue Herausforderungen.

    Zu scheitern aber war schon immer ein Teil des Weges. Ist es bei jedem Schriftsteller, der mit etwas Glück und viel Können irgendwann aus der Versenkung steigt. Ich baue nicht darauf, dass das bei mir 2014 der Fall sein wird. Das Geschäft verlangt Sitzfleisch. Schön wäre ein Silberstreif, aber auch ohne: ich schreibe weiter.

    Etwa an der zur Veröffentlichung vorgesehenen Erzählung, das zweite Projekt, das mich ins neue Jahr begleitet. Auch diese Kurzgeschichte verlangt noch ein paar Gedanken, einige Feinschnitte, einen konzentrierten Schliff. Ich habe die erste Januarwoche dafür ins Auge gefasst.

    Insofern: auf ein Neues!

    Vom Strampeln am Ende des Jahres

    Dienstag, Dezember 17th, 2013

    Wer die Augen schließt, hört und spürt nur noch. Hört ein leises Surren, spürt ein sanftes Vibrieren, hört auch ab und zu ein Kratzen im Schnee. Wer dann die Augen öffnet, während er im Sessel lümmelt, weil er ahnt, dass der Gipfel hinter dem letzten Hügel naht, wem daraufhin die Sonne vom Horizont entgegenstrahlt, der schmeckt sie wieder, die Freiheit.

    Savognin

    Getriezt von der Jahresendmüdigkeit, habe ich das vergangene Wochenende auf der Skipiste in Savognin verbracht und für zwei herrlich abseitige Tage all die Dinge von mir geschoben, die mich daheim in Stuttgart auf Trab halten. Wenige Tage vor Weihnachten sind die wenigsten Aufgaben erledigt, die erledigt sein sollten. Nur für Philip gilt das nicht.

    Philip, das Blogschlagwort für den Roman, der lange Zeit auch diesen Namen im Arbeitstitel trug, bis mir ein besserer einfiel (ein besserer Arbeitstitel, nicht Name), Philip also ist abgehakt. Für dieses Jahr zumindest. Philip, ich nenne ihn hier weiter so, alles andere wäre ja verwirrend, liegt bei den Testlesern. Bis die ihr Urteil sprechen, hat Philip Sendepause.

    Ich werde 2014 weiter an ihm feilen, weil Sendepausen enden müssen, anderenfalls hießen sie nicht Sendepausen, sondern Sendeenden. Trotzdem fühlt sich die Übergabe an die Erstkritiker bereits wie ein Ende an. Und jedes Ende, nicht nur das eines Jahres, auch die von Projekten oder Projektphasen, lassen mich ausgelaugt zurück.

    Es ist dieses mehrfach beschriebene Phänomen vom Fall in ein Loch. Umhüllt von einem Schleier sitze ich darin und verharre, ergebe ich zuweilen diesem Schicksal, ärgere mich nur ab und zu über Antriebslosigkeit. Diesmal jedoch will ich mir den Schleier vom Kopf reißen, will aus dem Loch nach oben kraxeln, will wieder auf den Füßen stehen.

    Es ist keine Zeit für Jahresendmüdigkeit. Es gibt viel zu tun.