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  • Bevor es beginnt

    Mein Kopf ist ein Gefängnis. Er hat Gedanken eingeschlossen. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass in meinem Kopf gefoltert wird. Weil manche Gedanken sich mir verweigern. Ihr Geheimnis nicht beichten wollen. Speziell jene, die im Zusammenhang mit meinem aktuellen Roman stehen. Ich wusste, er ist längst nicht perfekt. Ich wusste nicht warum.

    Und weil die Betriebsblindheit eine mächtige Gesellin ist, ich aber vollstes Vertrauen in die Versiertheit meiner Testleser hegte, saß ich in den vergangenen Wochen wie auf heißen Kohlen. Weil ich mir Klarheit wünschte. Und weil ich endlich diesen letzten Überarbeitungsdurchgang starten wollte, der den Roman der Perfektion ein bisschen näher bringen soll.

    Am Montag wird es soweit sein. Von Montag an werde ich mich eingraben, werde Verbindungen zur Außenwelt kappen, temporär zumindest, werde dem Prolog den Kampf ansagen und allem was danach kommt. Und um vorher meinen Geist zu besänftigen, ging ich ins Mineralbad und in die Sauna.

    Leuze

    Beim Spazieren durch die Dunkelheit einer zwar nicht von Kälte, wohl aber von Nässe leergefegten Bad Cannstatter Saunalandschaft hoffte ich letzte Klarheiten zu finden. Denn die Testleser äußerten sich zwar überraschend einhellig, ihre Hinweise waren hilfreich, die letzten Entscheidungen aber muss ich treffen, die letzten Puzzleteile ich zusammensetzen.

    Es ist die etwas eigenwillige Struktur meiner Geschichte, die Gedankenakrobatik (Gefängnissport!) von mir verlangte. Und wo, dachte ich mir, wenn nicht beim Schwitzen und beim Entspannen könnte ich die letzten Bremsen besser lösen? In der Küche stehen Bananen, Multivitaminsaft-Flaschen, eine Dose Nüsse und eine Packung Haribo-Schnuller.

    Es kann beginnen. Morgen dann.

    Foto: CC BY-NC-ND 2.0 Stefan Baudy / Leuze

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