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    Sonnenbaden mit Geheimnis

    Samstag, Juli 12th, 2014

    Der Schweiß stand mir auf der Stirn, als ich um 19.48 Uhr die Stufen der U-Bahn-Station hinauf auf die Königstraße spurtete. Ich hatte mich mit meinem letzten Interviewpartner vor dem Urlaub verquatscht, brauchte aber dringend eine Sonnenbrille. Zwölf Minuten blieben. Ich rannte. Und der Straßenmusiker spielte Adriano Celentanos „Azzurro“.

    Gut 24 Stunden später saß ich in der Trattoria einer römischen Seitengasse und bestellte eine Penne all’arrabbiata zur Stärkung für die bevorstehende Autofahrt nach Osten, in die Abruzzen, in Richtung Meer. Und als alle Anspannung der vorangegangenen Wochen von mir abfiel, schlüpfte ein anderer Ohrwurm in meinen Gehörgang.

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    Weil ich mal wieder etwas Geld hatte verdienen müssen, waren der Mai und der Juni anstrengende Monate gewesen. Denn Geld verdienen artet überraschenderweise meistens in Arbeit und Zeit aus, die dann mit der restlichen Arbeit und Zeit in den Ring steigt, jene mich ständig begleitende (noch) unbezahlte.

    Kurzum: Ich war reif für eine Pause. Ich musste zurück nach Italien, ich musste an den Strand, wo Störfaktoren höchstens in Form etwas zu lebendig quakender Einheimischer existieren, oder in der Sorge, nicht zu wissen, wie man die Massen an Mahlzeiten je wieder wird abtrainieren können.

    Die süßen Tage des Müßiggangs zu genießen fiel mir leicht, denn ich nahm ein Geheimnis mit an die Adria. Kurz vor dem Abflug hatte ich Verhandlungen abgeschlossen, kurz nach meiner Rückkehr setzte ich die Unterschrift über einen Vertrag mit der Arrowsmith Agency aus Hamburg.

    Frisch, unverbraucht und unkonventionell wirken die Literaturagentinnen von Arrowsmith auf mich, engagiert und professionell sowieso. Ich wähne mein Baby, den aktuellen Roman mit dem Arbeitstitel Pillen für die Monster, auf der Suche nach einem Verlag bei ihnen in guten Händen.

    Inzwischen bin ich zurück, die Arbeit geht weiter. Der letzte Schritt vor den nächsten Schritten: ein paar Feinkorrekturen.