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  • Amazon und der Orkan

    Vor wenigen Tagen ließen US-amerikanische Kollegen mit einem offenen Brief an Amazon aufhorchen. Unterschrieben haben ihn unter anderen so geschätzte Schwergewichte wie Paul Auster und Stephen King. Nun legen deutschsprachige Kollegen nach. Sie wollen einen fairen Buchmarkt. Ich will ihn auch.

    Ich habe also unterschrieben. Nicht, weil ich unter Amazon leiden würde. Es gibt von mir noch keinen Roman, den der Internethändler aus Listen hinaus manipulieren oder nur mit mehrtägiger Verzögerung liefern könnte. Aber ich arbeite daran, dass es bald einen gibt.

    Insofern handle ich aus präventiver Notwehr.

    Ich glaube nicht, dass man Amazon generell verteufeln muss, auch wenn der Konzern in der jüngeren Vergangenheit genug Gründe lieferte, es zu tun.

    Ich kaufe meinen Lesestoff schon lange nicht mehr dort, weil ich lieber Frau Hiller unterstütze, oder Frau Martin, oder Frau Siegle. Deren Läden sind kleine Schatzkammern – und allesamt innerhalb von einer Viertelstunde mit Bus und Bahn erreichbar.

    Aber wenn Menschen bei Amazon bestellen wollen oder müssen, weil kein lokaler Buchhändler mehr da ist oder weil sie das Angebot schätzen, dann sollen sie das tun. Ich zürne ihnen nicht mit Schaum vor dem Mund.

    Nur: In diesem Konflikt zwischen Amazon und der Bonnier-Verlagsgruppe sowie Hachette geht Amazon zu weit. Da nutzt ein vor Kraft strotzender Riese seine Macht mit unlauteren Mitteln auf dem Rücken der Autoren. In einer Welt, in der er das widerstandslos tut, will ich nicht schreiben.

    Man könnte jetzt sagen: „So funktioniert das System. Deal with it, Baby!“ Aber mit den Schultern zu zucken, sich zurückhalten, das wäre duckmäuserisch. Schriftsteller und Duckmäuser – für mich sind das Antonyme.

    Amazon hat keinen Gegenwind verdient. Amazon hat einen Gegenorkan verdient.

    Das ZDF-Magazin Aspekte hat einen Beitrag zu dem Thema gesendet. Amazon entschied sich gegen eine Stellungnahme.

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