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  • Das Orm und ich

    Seine Fantasie ist beneidenswert, sein Blick auf den Literaturbetrieb hoch amüsant. Ich habe, auf dringende Empfehlung von Sportredakteur M., Walter Moers‘ Stadt der träumenden Bücher gelesen. So kam ich in Kontakt mit diesem Kunstwort, an das ich seitdem häufig denke: das Orm.

    Dieses Orm ist, wie vieles aus Moers‘ Welten, nicht einfach zu übersetzen, ohne Gefahr zu laufen, der Bedeutung nicht gerecht zu werden. Inspiration ist definitiv ein zu grober Hilfsbegriff. Wenn einen Schriftsteller das Orm befällt, ist das für ihn gleichermaßen Segen wie Fluch.

    Die Ideen, die ihn dann durchfluten, drängen nämlich aufs Papier. Sie müssen raus, andererseits droht der Kopf des Infizierten zu platzen. Man könnte es als Zustand des Wahns bezeichnen. Denn in seiner Rastlosigkeit verliert für den Schreibenden alles andere seine Bedeutung.

    Ich habe mich in den vergangenen Februar-Wochen zeitweise wie im Wahn gefühlt. Das alte Tom-Projekt, das eine radikale Überarbeitung, praktisch eine Neuerfindung, verlangte, nahm mich gefangen und ließ mich nicht mehr los – bis ich mich wegen anderer Verpflichtungen zum Lösen zwingen musste.

    Nun ist dieser Verpflichtung genüge getan und ich lehne mich für einen Moment zurück, wage mich vorsichtig wieder hinein ins Manuskript. Moers‘ Orm lässt einen so brillant schreiben wie niemals zuvor. Doch ich möchte nicht nachlesen, was ich geschaffen habe. Erst muss ich es zu Ende bringen.

    Ich kann also nicht sagen, ob ich ihm wirklich begegnet bin, dem Orm. Aber so oder so: Der Februar war eine Erfahrung.

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