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    Weg, ganz weit weg

    Sonntag, August 16th, 2015

    Ich hätte es einfacher haben können. Nun wird die Anreise 42 Stunden dauern. Mit dem Zug nach München, mit dem Auto nach Ancona, mit der Fähre nach Patras und wieder mit dem Auto nach Korinth. 42 Stunden unterwegs – das wird großartig.

    „Und, gut erholt? Traurig, dass der Urlaub endet?“, fragte ich C., der heute Abend aus Sardinien zurückkehrt. „Urlaubsenden sind immer schade“, antwortete er. „Aber zehn Tage reichen auch aus für jemanden, der sonst eigentlich immer arbeitet.“

    Ich musste schmunzeln über die Sehnsucht nach Beschäftigung bei dem Jungen mit dem Bleifuß auf dem beruflichen Gaspedal. Auch, weil ich die Zappelligkeit des Entspannenden aus der Selbstbeobachtung kenne, diesen nie endenden Kampf des Selbstständigen mit dem Unerledigten.

    Es scheint mir manchmal so, als sei uns etwas eingepflanzt worden, das Alarm schlägt, sobald wir über einen gewissen Zeitraum hinaus ins Nichtstun abdriften. Weil Nichtstun schädlich ist für den Gesamtkreislauf. Weil es immer weitergehen muss. Kein Rad darf lange stillstehen.

    Ich drehe zurzeit an vielen Rädchen. Aber die nächsten knapp zweieinhalb Wochen werden sie stillstehen. Die Tisch-Eis-Hockey-WM ruft mal wieder – und diesmal ruft sie nach Griechenland. Schon die erwähnte Fahrt dorthin wird ein Fest. Weil ich in Bewegung sein werde, ohne mich bewegen zu müssen.

    Irland

    Das vergangene Wochenende verbrachte ich mit einer Gruppe Schweizer, österreichischer, Hamburger, dänischer, britischer und US-amerikanischer Kollegen auf einer Pressereise in Irland, unter ihnen so mancher Freigeist. Obwohl mit Arbeit verbunden, war dieser Trip durch die Ferne belebend.

    Nun breche ich gleich wieder auf und aus, diesmal ohne den Gedanken an Arbeit im Gepäck. Und sollte mich dieser verflixte Mechanismus kitzeln, werde ich wissen, wie ich die Sehnsucht nach Beschäftigung in rechte Bahnen lenken kann.

    Die Kopffreiheit hat schon immer meine Kreativität beflügelt.