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  • Zurück nach Italien

    Die Abfahrt Richtung Gotthard hatten D. und ich verpasst. Doch wir fuhren weiter, kurzenschtlossen dem San-Bernardino-Pass entgegen. Ich begann mir bald Sorgen zu machen um meinen altersschwachen Polo. Er hielt durch.

    Wir fühlten uns wie bequeme Tour-de-France-Fahrer, als wir den höchsten Punkt hinter uns gelassen hatten. Von da an ging es abwärts – rein topographisch gesprochen.

    Italien rückte näher.

    Viele Stunden später waren wir fast am Ziel. Es war längst dunkel, als wir das Liebespaar am Strand und unsere Angst vor Quallen ignorierten und ins Meer sprangen.

    Das kleine Dorf rund 20 Minuten westwärts in die Berge lernte ich am nächsten Tag kennen. Ich sah die Höfe und Häuschen – und das Anwesen, das sie Fort Knox nannten. Ich sprach mit dem Mann, der sich seit Jahren vor den Behörden in seinem Haus versteckte, um eine höhere Arbeitsunfähigkeitsrente herauszuschlagen. Ich fühlte mich wohl.

    2008 war das. Zweimal bin ich seitdem ins Dorf zurückgekehrt. Nun war’s wieder an der Zeit, doch die Reise mit D. ist geplatzt. Und ich stehe mit dem gebuchten Flug nach Rom da.

    Mit der ewigen Stadt verbinden mich ebenfalls Erinnerungen. 1999 war ich auf Studienfahrt dort. Lazio Rom gewann den Europapokal und mir fiel erst im blauen Fahnenmeer auf der Spanischen Treppe auf, dass ich ein rotes Shirt trug – die Farbe des verhassten Stadtrivalen AS Roma.

    Ich habe die Party überlebt. Offensichtlich.

    Von Donnerstag an streunere ich wieder für eine Woche durch die Stadt – alleine. Ich habe beschlossen, den Flug nicht verfallen zu lassen. Weil ich mir wenig schönere Orte vorstellen kann als Rom, um den seit Monaten unüberarbeitet auf dem Schreibtisch liegenden Roman wieder zur Brust zu nehmen.

    Ci vediamo.

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