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  • Das Schweben nach der Schreibarbeit

    Es war Mitte September, als ich die Hoffnung aufgab, nach Wochen des Fieberns. Die Überzeugung traf mich wie ein Schlag. Mein Beitrag für den Wettbewerb Schreibarbeit im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage 2017 in Böblingen und Sindelfingen hatte es nicht geschafft. Ich wäre sonst längst benachrichtigt worden.

    Am nächsten Morgen vibrierte mein Telefon.

    Ich hatte mich gerade noch einmal umgedreht und antwortete verschlafen. Den Namen des Anrufers habe ich mir in dem Moment nicht gemerkt, nur was Christian Fiebig, Jurymitglied und Geschäftsführer der Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen sagte. Dass er sich freue, mir mitzuteilen, dass ich einer der Preisträger bin.

    „Arbeit und Technologie ebenso (zu) reflektieren wie die Arbeit des Schreibens, die sich wiederum selbst durch die Errungenschaften moderner Technik verändert hat“, das war laut Ausschreibung des Literaturwettbewerbs die Aufgabe der Schreibarbeit gewesen.

    Die Maschine springt an

    Das warf in meinem Kopf sofort die Gedankenmaschinerie an. In den Tagen darauf kamen die Bausteine meiner Geschichte fragmentarisch zu mir. Ich nannte sie Es war morgen und als die ersten Rückmeldungen der Testleser kamen, glaubte ich ihnen, dass sie gut war.

    Nur: Testleser sind subjektiv, Freunde ohnehin. Und die Konkurrenz beim Wettbewerb wahrscheinlich stark. Also zügelte ich meine Zuversicht, hoffte dennoch, wartete, gab immer wieder Schreibarbeit in eine Suchmaschine ein, sehnte einer Verkündung entgegen. Bis es Mitte September war und ich die Hoffnung aufgab.

    Nur um dann doch noch vor Freude zu schweben. Weil es sich eben doch lohnt, an sich zu glauben, immer weiterzumachen, immer weiterzuschreiben, auch wenn man zwischendurch kein Licht mehr sieht.

    Ein Abend voller Genuss

    Am vergangenen Sonntag nun fuhr ich zur Preisverleihung ins atmosphärische Kundencenter der Niederlassung von Mercedes-Benz in Sindelfingen. Ich traf auf meine Mit-Preisträgerinnen Corinna Hahn und Ursula Wieser und auf Magnus Rook von der Akademie für gesprochenes Wort in Stuttgart, der meine Geschichte auszugsweise vortrug.  Ich lauschte der Moderatorin und Laudatorin Irene Ferchl, Herausgeberin des Literaturblatts Baden-Württemberg. Ich schüttelte einigen Menschen die Hände, die auf mich zukamen.

    Aber vor allem genoss ich. Weil es so verdammt gut tut, hin und wieder von den Früchten seiner Schreibarbeit zu naschen.

    Update: Die Siegertexte des Literaturwettbewerb stehen jetzt auch online. Ein paar Artikel zum Abend finden sich in den Medienreaktionen.

    Foto: Christian Fiebig / VHS Böblingen-Sindelfingen

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    2 Responses to “Das Schweben nach der Schreibarbeit”

    1. Evelyn Says:

      Herzlichen Glückwunsch, Marc. Kontinuität zahlt sich eben doch aus … Irgendwann. Weiter so. Ich freue mich auf die Geschichte.
      Herzlichen Gruß
      Evelyn

    2. Klaus "Kadée" Eberhardt Says:

      Gratulation!
      Bevor ich anfange irgendwelche Statements zu formulieren, erlaube ich mir dich selbst zu zitieren: „Weil es sich eben doch lohnt, an sich zu glauben, immer weiterzumachen, auch wenn man zwischendurch kein Licht mehr sieht.“
      In diesem Sinne wünsche ich dir eine goldene Zukunft und möglichst bald einen Bestseller.
      MkG
      -Kadée-
      Präsident der >Künstlervereinigung fundus artifex e.V<

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