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  • Der Blaustrümpflerweg im Schnee

    Blick auf Stuttgart - Aussichtspunkt auf dem Blaustrümpflerweg

    Lange hatte ich auf den Schnee warten müssen. Ein wenig gar befürchtet, er würde gar nicht mehr kommen. Das wäre schlecht gewesen, sehr schlecht. Denn mein Beitrag zu dem Projekt, für das mich Aylin und Stefan Krieger von today we travel gewonnen hatten, brauchte Schnee. Eigentlich Schnee und Sonne, aber man will ja nicht zu gierig sein.

    Den November und Dezember wartete ich vergebens auf Flocken, die liegenbleiben wollten. Den Januar auch. Prompt erinnerte mich Stefan an die Deadline und ich klagte ihm mein Leid. Also räumte er mir eine Galgenfrist ein. Und ich starrte sehnsüchtig gen Himmel. Bis Sonntag vor acht Tagen. Bis kurz nach der Kehrwoche. Bis ich meine Chance witterte.

    Der Himmel öffnete seine Schleusen. Und ich stand gebannt am Fenster. Weil er seine Schleusen fürs Erste nicht mehr schloss. Der Schnee blieb liegen, er war auch am nächsten Morgen noch da. Also packte ich meine Kamera und flitzte auf den Blaustrümpflerweg.

    Als die Sonne Trump mimte

    Eile war geboten, das wusste ich. Erst recht als dann auch noch die Sonne trumpesk die Wolken beiseite schob, als wären sie ein montenegrinischer Premierminister. 7,5 Kilometer reine Gehstrecke hat der Blaustrümpflerweg, zweieinhalb Stunden sind veranschlagt. Und ich stand vor einem Dilemma.

    Ich wollte sinnieren, ich wollte zuhören, was mir der Weg erzählte. Ich brauchte das. Für mich und das Projekt. Aber ich durfte nicht zu lange verharren, musste weiter, zur nächsten Station – und zum Interview, das ich zwischendurch daheim zu führen hatte und das mir den spontan eingeschobenen Literaturtag zersplittete.

    Schauen, schweigen, schwelgen

    Zwei Stunden später setzte ich meinen Gang fort. Vom Schnee war nicht mehr viel da, aber genug, um Material zu sammeln für. Gestern habe ich den Beitrag abgegeben. Mehr verraten kann ich erst nach dem Sommer. Aber ich freue mich schon jetzt, irgendwann das Gesamtprojekt in den Händen zu halten.

    Einstweilen begnügte ich mich mit dem gutem Gefühl dieses Spaziergangs, der mich an den Kesselrand und in den Matsch führte, der mir Stille und beste Aussichten schenkte. Wenn der Schnee den Lärm absorbiert, liegt das hektische Stuttgart immer besonders friedlich da.

    Ich habe schon die richtige Wahl getroffen.

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