• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Archive for the ‘Wortmeldung’ Category

    Alles wird sich ändern

    Freitag, November 30th, 2018

    Es ist etwas still um mich geworden. Hier jedenfalls. Aber das hat seine Gründe. Ich arbeite an einem Projekt. Es soll groß werden. 2019 dann. Denn nächstes Jahr wird alles anders.

    Wie jedes Jahr.

    Im Liegestuhl beim Wetterleuchten

    Dienstag, Juni 27th, 2017

    Halb stöhnend, halb seufzend ließ sich die Dame auf den Stadtbahnsitz fallen und schubste sich den Schweiß von der Stirn. Die Frau gegenüber war ihr fremd, doch geteiltes Leiden schafft Verbindung. Sekunden später plapperten sie los, sehnten den Regen herbei, die Abkühlung. „Mein Boden ist so hart, ich kann nicht mal Unkraut zupfen“, jammerte die eine. „Das ist einfach kein Wetter für uns“, stimmte die andere zu.

    Halb mitleidig, halb amüsiert saß ich dahinter und lächelte in mich hinein. Auch mir stand der Schweiß auf der Stirn, doch die Angewohnheit des meteorologischen Dauernörgelns ist mir fremd. Ich mag den Sommer, besonders an Tagen wie diesen, an denen ich abends auf einer Open-Air-Bühne Theaterstücke sehen und das Wetter beim Leuchten bewundern kann.

    (mehr …)

    Der Geist und die Balanceakte

    Freitag, Oktober 30th, 2015

    Balanceakt

    Der Nebel grüßte schon auf der Schwäbischen Alb. In München war er kurz mal weg, in Passau wieder da. Und oben in Finsterau, auf 1032 Metern, hüllte er mich komplett ein. „Da unten könnten Sie jetzt ein Schloss sehen“, sagte mein Fahrer.

    Ich spähte vergebens.

    (mehr …)

    Amazon und der Orkan

    Samstag, August 16th, 2014

    Vor wenigen Tagen ließen US-amerikanische Kollegen mit einem offenen Brief an Amazon aufhorchen. Unterschrieben haben ihn unter anderen so geschätzte Schwergewichte wie Paul Auster und Stephen King. Nun legen deutschsprachige Kollegen nach. Sie wollen einen fairen Buchmarkt. Ich will ihn auch.

    Ich habe also unterschrieben. Nicht, weil ich unter Amazon leiden würde. Es gibt von mir noch keinen Roman, den der Internethändler aus Listen hinaus manipulieren oder nur mit mehrtägiger Verzögerung liefern könnte. Aber ich arbeite daran, dass es bald einen gibt.

    Insofern handle ich aus präventiver Notwehr.

    Ich glaube nicht, dass man Amazon generell verteufeln muss, auch wenn der Konzern in der jüngeren Vergangenheit genug Gründe lieferte, es zu tun.

    Ich kaufe meinen Lesestoff schon lange nicht mehr dort, weil ich lieber Frau Hiller unterstütze, oder Frau Martin, oder Frau Siegle. Deren Läden sind kleine Schatzkammern – und allesamt innerhalb von einer Viertelstunde mit Bus und Bahn erreichbar.

    Aber wenn Menschen bei Amazon bestellen wollen oder müssen, weil kein lokaler Buchhändler mehr da ist oder weil sie das Angebot schätzen, dann sollen sie das tun. Ich zürne ihnen nicht mit Schaum vor dem Mund.

    Nur: In diesem Konflikt zwischen Amazon und der Bonnier-Verlagsgruppe sowie Hachette geht Amazon zu weit. Da nutzt ein vor Kraft strotzender Riese seine Macht mit unlauteren Mitteln auf dem Rücken der Autoren. In einer Welt, in der er das widerstandslos tut, will ich nicht schreiben.

    Man könnte jetzt sagen: „So funktioniert das System. Deal with it, Baby!“ Aber mit den Schultern zu zucken, sich zurückhalten, das wäre duckmäuserisch. Schriftsteller und Duckmäuser – für mich sind das Antonyme.

    Amazon hat keinen Gegenwind verdient. Amazon hat einen Gegenorkan verdient.

    Das ZDF-Magazin Aspekte hat einen Beitrag zu dem Thema gesendet. Amazon entschied sich gegen eine Stellungnahme.

    Auf einen Lebkuchen im Schlafsack

    Freitag, November 1st, 2013

    Die Sonne schien uns ins Gesicht, doch ihre Strahlen drangen nicht mehr in voller Stärke zu uns durch. Die Rückenlehne meines Stuhls war noch warm vom Vorsitzer. Aber auch sie kühlte rasch ab. D. und ich lächelten trotzdem. Nach einer kraftgetriebenen Rückenmassage in ein Badetuch gewickelt saßen wir im Freien und wussten, dass alles gut ist.

    Mit dem Besuch in der Therme ließen wir den Oktober hinter uns, der für uns beide anstrengend gewesen ist. Meine Verspannungen zu lösen hat mehrere Anläufe gekostet, aber ich verließ den Wellness-Bereich als befreiter Mann. Und als am Abend die Kälte drohte, an mir hochzukriechen, verkroch ist mich – in meinen Schlafsack.

    Wenn es auf den Winter zugeht, ist mir der alte Kamerad ein treuer häuslicher Begleiter. Mitte der Neunziger waren wir schon gemeinsam im Zeltlager an der Costa Brava, heute wärmt er mich beim Überarbeitungspläne schmieden. Rechts neben mir liegt ein vernachlässigtes Manuskript und buhlt um Aufmerksamkeit.

    In den vergangenen Wochen war es zeitweise so, dass mich allein der Gedanke an die im letzten Beitrag angedeuteten Aufgaben und Projekte lähmte, weil ich in ihrem Sog zu ertrinken fürchtete. Da war kein Platz für Kreativität, jedenfalls keiner für literarische. Doch das liegt hinter mir. Und vor mir liegt: der November.

    Ich habe eine selbstauferlegte Frist, die mich daran hindert, vor dem 1.11. Lebkuchen anzurühren. Das ist mein persönlicher Protest gegen eigenwillige Zeitpläne der Lebensmittelmärkte. Bei nächster Gelegenheit werde ich mir Herzen, Sterne, Brezeln besorgen – als Nervennahrung im Schlafsack.

    Und nein, ich beteilige mich nicht am NaNoWiMo. Aber ich überarbeite. Endlich.