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    Neun Minuten für die Ewigkeit

    Sonntag, März 27th, 2016

    Leipzig

    Die Nervosität versetzte mich. Ich nahm es ihr nicht übel. Ich hatte nicht auf sie gewartet, hatte sie nur erwartet. Doch als sie nicht aufkreuzte, stellte ich mich in die Reihe der Wartenden und blickte nach vorn. Wartete und blickte noch entschlossener nach vorn. In die Gesichter der Lektorinnen.

    Eigentlich bin ich schon vor diesem Trip zur Buchmesse nach Leipzig reif für die Hängematte gewesen, in der ich diese Ostern baumele. Doch diese Reise, diese Extraschicht zu verpassen, hätte ich mir nicht verziehen. In den Messehallen lauerten Gelegenheiten. Komprimiert auf neun Minuten.

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    Nicht zum Schweigen geboren

    Dienstag, Oktober 14th, 2014

    Es war im Februar 2012 und ich stand kurz vor meiner Abreise nach Palermo, da stellte ich fest, dass die italienische Sprache mir dann doch mehr Schwierigkeiten bereitet als ich geglaubt hätte. „Ist doch kein Problem für dich“, tröstete mich meine Schwester. „Zur Not schweigst du einfach vier Monate.“

    Der Notfall trat nicht ein. Ich sprach – und ich sprach Italienisch. Aber der stichelnde Rat war nicht aus der Luft gegriffen. Ich bin ein Schreiber, bin es immer gewesen. Zum Redner eigne ich mich nicht so recht.  Das teile ich mit so manchem Kollegen. Da gibt es nur ein Problem: Wer schreiben will, der muss hin und wieder auch reden können. Oder anders gesagt: lesen.

    Ein solches Hin und Wieder ist wie erwähnt am kommenden Sonntag (13 Uhr) auf dem Literaturfest in Ludwigsburg (Foyer des Kulturzentrums, Wilhelmstr. 9/1). Da kam es wie gerufen, dass der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen sein Hauptseminar zur Frankfurter Buchmesse dem Thema „Work in Progress – Vorhang auf für die perfekte Lesung“ widmete.

    Da kam dann also der Theaterprofi Rainer Kleinstück zu einem Workshop ins gemütliche Gelnhausen 50 Kilometer östlich der Messehallen, um einem guten Dutzend  Wissbegieriger die Kunst von Körper, Sprache und Rede näher zu bringen. Und dieser Rainer Kleinstück fegte dermaßen furios und humorvoll durch den Tag, dass es eine Freude war, von ihm zu lernen.

    Am Ende eines langen Tages fand, mitten im Trubel des Gelnhäuser Schelmenmarktes, in der historischen Atmosphäre des Romanischen Hauses eine Lesung statt, auf der wir Werke und Selbstbewusstsein präsentierten – unter den Augen der lokalen Presse. Ich las den Prolog aus Das Gift und das Gute, wie der neue Arbeitstitel meines Romans lautet. Und war zufrieden.

    Bis mich Rainer Kleinstück zur Seite nahm und mit mir über Schwächen sprach. Danach war ich zwar immer noch zufrieden, aber mindestens genauso motiviert. Als ich am Sonntag am Frankfurter Hauptbahnhof saß und es Zeit totzuschlagen galt, bis der Ersatzzug meines ausgefallenen ICE in Richtung Stuttgart fuhr, nahm ich mir mein Skript vor. Satz für Satz.

    Ludwigsburg kann kommen.

    Coaching in Charlottenburg

    Montag, September 10th, 2012

    Der Flug in die Hauptstadt war mit sanften Turbulenzen verbunden. Erst fehlte der Kapitän aus nicht näher erklärten Gründen – einige spekulierten, er sei betrunken, andere nicht getrunken genug gewesen. Und als der Ersatzmann aus Köln im Cockpit saß und wir auf die Startbahn rollten, fiel ein Instrument aus. Verspätung gesamt: drei Stunden.

    Der Wochenendtrip hat sich trotzdem gelohnt. Nicht nur, weil ein Jahr wie dieses ohne Berlin-Aufenthalt unvollständig geblieben wäre, sondern wegen des Schnupperseminars der Akademie für Autoren, auf das ich durch einen Hinweis des Bundesverbands junger Autoren aufmerksam wurde.

    An einem Tag den kompletten Weg Von der Buchidee zum Verlagsvertrag zu marschieren ist natürlich illusorisch. Doch darum ging es mir nicht. Ich hatte ein Exposé, ich hatte eine Leseprobe und ich bekam – sie mögen mir die Bezeichnung verzeihen – zwei alte Verlagshasen, die mir ein verarbeitbares Feedback dazu gaben.

    Allein zu erfahren, wie man ein Exposé, mein Exposé, am klügsten aufbaut, war mir angesichts vieler widersprüchlicher Ratgeber die Investition von (absolut fairen) 70 Euro für ein Tagesgruppenseminar wert. Dazu gaben Maria Koettnitz und Dr. Harry Olechnowitz noch hilfreiche Einblicke ins Seelenleben von Lektoren und Verlagen.

    Wie nicht anders zu erwarten war, taten auch diese Wahrheiten zuweilen weh. Aber ohne Schmerz kann es keinen Fortschritt geben. Der Weg zum Verlagsvertrag ist lang und dahinter liegen weitere steinige. Aber ich kenne die Richtung.

    Aliens und Poesie

    Dienstag, September 13th, 2011

    Die Müdigkeit, die jetzt, Dienstagabend, 21.02 Uhr, gähnend langsam durch mich durchkriecht, hat zwei Ursachen: die eine heißt Novak Djokovic und hat mich mit seinem „außerirdischen Tennis“ gestern im Endspiel der US-Open gegen Rafael Nadal vom Schlafen abgehalten, der andere Fremdschämen und ist der (Arbeits-)Titel eines Gedichts, das ich vielleicht – bei einem Finaleinzug – am Freitag beim Poetry-Slam im Club Bastion in Kirchheim/Teck performen werde.

    Lange habe ich mich vor dem Schreiben gedrückt, besser: vor dem Dichten. Hatte lieber an dem Drehbuch-Treatment gefeilt. Gestern dichtete ich die erste Hälfte, vielleicht auch nur das erste Drittel – mit etwas Hilfe von Franz Schubert. Nun drücke ich mich schon wieder. Der Druck, er ist wohl einfach noch nicht groß genug. Das Treatment, indes, ist auch noch nicht fertig geworden ist. Ich werde darauf zurückkommen.

    Und danach werde ich anderswo hinkommen. Ins alte Würzburg am zweiten Oktoberwochenende, zur Geburtstagsparty von S. Ins wuselige Frankfurt am dritten Oktoberwochenende, zur Buchmesse und dem Hauptseminar des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen. Schließlich ins gestylte Zürich und ins relaxte Bad Ragaz am dritten Oktoberwochenende, zum lange angestrebten Thermalbadbad.

    Die Müdigkeit wird weiter kriechen in den Wochen, die da vor mir liegen. Doch hat sie auch ihr Gutes: Sie erinnert einen an das Lebhafte der jüngsten Vergangenheit.