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    Vom Feiern und Gefeiert werden

    Sonntag, Januar 31st, 2016

    Die Sonne strahlte über dem Watzmann, man sah ihn gut vom Wintergarten aus. Neben mir saß meine Interviewpartnerin, vor 40 Jahren dreifache Goldmedaillengewinnerin bei den ersten Winter-Paralympics. Und im Wohnzimmer hinter uns gewann Angelique Kerber die Australian Open.

    Gut, zugegeben, es war nur die Zusammenfassung, die ich aus den Lautsprecherboxen des Fernsehers hörte. Kerber hatte ihren ersten Grand-Slam-Titel schon eine Stunde zuvor geholt. Aber das ist ein Detail, unwesentlich für diese Geschichte. Wesentlich war: Kerber hatte gewonnen. Kerber hatte alle Zweifler besiegt.

    Mich eingeschlossen. Häufig hatte ich Angie schon die Daumen gedrückt und zusehen müssen, wie ihr im entscheidenden Moment die Nerven versagten. Ein deutsches Tennis-Manko nach Steffi und Boris, wie es schien. Zum ganz großen Triumph fehlte den Nachkommen der Killerinstinkt.

    Das hat sich Kerber selbst bis zum Erbrechen anhören müssen. Umso mehr gönne ich ihr nun diese Genugtuung. Und ich musste schmunzeln, denn ich fühlte mich erinnert. An das Jahr 2009, als ich einen Protagonisten aussandte, „das bedeutendste Rasentennisturnier der Welt“ zu gewinnen.

    Mit dem Aufstieg und dem Fall eines Helden wollte ich mich in meinem modernen Realmärchen  beschäftigen. Denn nach unerwarteten Helden wie Angelique Kerber oder den fulminanten #Badboys des europäischen Handballs lechzen wir Deutschen, lechzen Nationen weltweit.

    Im Triumph ist mit diesen Helden leicht umzugehen, in der Niederlage weniger. Mit Erfolgen steigen die Erwartungen, mit den Erwartungen das Risiko des Scheiterns, mit dem Risiko des Scheiterns die Gefahr, für einen Versager gehalten zu werden, eine Eintagsfliege, einst begünstigt vom Zufall.

    Unsere Bewertung von Menschen im Rampenlicht ist aber nur eine Parabel. Am Umgang mit Erfolg und Misserfolg anderer zeigt sich der Charakter des Einzelnen – oder, kollektiv betrachtet: das Wesen einer Gesellschaft. Ob der andere „Unbedeutender“ oder Promi, Fremder oder Freund ist, spielt keine Rolle.

    Wo zu viel Neid und Spott regiert und zu wenig Empathie und Größe, da werde ich immer fremdeln.

    Ein Monat mit „M“, bitte!

    Dienstag, März 1st, 2011

    Alles neu macht der M. . .ärz. Nachdem ich hier lange genug geschwiegen habe, war es Zeit für einen Neustart. Oder einen Relaunch, wie Menschen von JvM und anderen Branchengrößen wohl sagen würden. Wobei: das hier ist eher ein Relaunchle. Den Roman „Der vorsätzlich Handelnde“ gibt es nach wie vor, nur nicht mehr hier, sondern (etwas versteckter) hier.

    Fürs Erste habe ich auch gar nicht so viel mitzuteilen. Vor allem, dass ich lange genug geschwiegen habe. Aber das schrieb ja ich schon. Und dass ich gedenke, in den nächsten Wochen und Monaten häufiger von mir lesen zu lassen. Eben dann, wenn es etwas zu schreiben gibt über das, was ich so schreibe. „Der Weg entsteht beim Gehen„, las ich neulich bei Jostein Gaarder. Eine (Vorsicht: Modewort!) plagiierte Weisheit, freilich, etwas anderes würde Gaarder auch nie behaupten. Gefallen hat sie mir trotzdem. Ich geh‘ dann mal weiter. Man liest sich.