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    Die Zähmung der Null

    Mittwoch, Juni 4th, 2014

    „Wahnsinn, ein Geisterbahnhof“, frohlockte C., und schritt vorbei an vom Gras überwucherten Gleisen in die hölzerne Güterhalle, an deren Wänden Tafeln mit schwindenden Hinweisen wie „Der Feststellbügel schlägt hart zu“ und „Könner halten sich nicht unter schwerer Last auf“ prangten.

    Wir kamen zunächst nicht an den Zehntklässlern vorbei, die Kuchen, Brezeln und Gemüse feilboten, um ihre Abschlussfahrt zu finanzieren, doch schließlich erreichten wir die Halle doch, die vorne hell erleuchtet war und nach hinten immer dunkler wurde. Und was wir sahen, war Kunst. Beeindruckende Kunst.

    Vernissage

    Beeindruckend war sie deswegen, weil die Holzschnitte zum Thema „Gefangen im zweiten Ich“ nicht von ausgefuchsten Profis stammten, sondern von Mitschülern und vor allem Mitschülerinnen der Kuchendealer aus dem Kunstprofil 10 des Tübinger Gymnasiums der Geschwister-Scholl-Schule.

    Im Rahmen der Vernissage ist nun gestern in einer pfiffigen Kooperation die Anthologie Die Zähmung der Null vorgestellt worden. Der Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg hat darin Texte seiner Stipendiaten veröffentlicht – darunter auch: ich

    Meine Erzählung Übers Ziel hinaus ist in dieser Anthologie des FdS erschienen, deren Umschlag die Abbildung eines besonders dynamischen Holzschnitts ziert. Das äußere Erscheinungsbild der Geschichtensammlung ist schön geworden. Jetzt bin ich auf die inneren Werte gespannt.

    Foto: Christian Ignatzi

    Luft holen in der Gemeinde des Glücks

    Mittwoch, Oktober 16th, 2013

    52,4 Kilometer von Haus zu Haus sind keine Welt, erst recht nicht im Vergleich zu den 1233 Kilometern Luftlinie nach Palermo oder den 1331 nach Voss in Norwegen. Und doch sollte mich die Fahrt nach Schömberg, der Glücksgemeinde im Schwarzwald, weit weg führen vom Stuttgarter Alltag.

    Ich ahnte, dass ich es bereuen könnte, die Aufträge zu ignorieren, die sich ohnehin bereits angestaut hatten in diesen Tagen der Atemlosigkeit. Vorsichtshalber nahm ich mir Arbeit mit – ein Buch, das rezensiert werden muss, die Notizen für einen dringenden Artikel, doch sie blieben in meiner Reisetasche, bedeckt mit dem Staub des Trotzes.

    Der Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg hatte geladen zur Romanwerkstatt mit Martin von Arndt. Und als ich da saß in einem entweder zugigen oder muffelnden Hotelraum, im Kreise eines sprudelnden Seminarleiters und ideenreicher Autorenkollegen, da wusste ich, dass ich an diesem Wochenende nur Romanautor sein sollte.

    Es ist manchmal beängstigend und entmutigend, wie groß die Konkurrenz auf dem Markt ist, wie viele verdammt fähige Schreiber diesen Traum von der viel beachteten Veröffentlichung genauso teilen wie die Frustration über das Scheitern auf dem Weg – trotz guter Ansätze, die verloren gehen in einem Berg der strukturellen Desorientierung.

    Doch Konkurrenzdenken kam an diesem Wochenende nicht auf. Auch kein Neid. Es herrschte Kollegialität und Faszination. In der etwas spröden Atmosphäre des Raumes Luchsbrunnen lauschten wir gespannt und diskutierten angeregt über Schwächen und Stärken unserer Projekte.

    Als ich die Glücksgemeinde wieder verließ, nahm ich die Ansatzpunkte mit, auf die ich gehofft hatte. Mit ihnen steigt der Mut und sinken die Zweifel, die zuletzt wieder angeklopft hatten, die einen nie verlassen, weil überall die Anlässe lauern, sie hervorzukramen. Fürs Erste sind sie abgeschüttelt, ich werfe mich in die Überarbeitung.

    Bald.

    Der Horizont kommt näher

    Donnerstag, Februar 16th, 2012

    Der Anruf platzte mittenrein in meine zurzeit ohnehin holprigen Versuche, meine italienische Sprachkompetenz aufzupeppen. Danach war an Lernen nicht mehr zu denken. Der Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg (kurz: FdS) hat meinen Antrag auf ein Arbeitsstipendium genehmigt und unterstützt mich in den kommenden vier Monaten in Palermo.

    Das ist nicht nur aus finanziellen Gründen eine Erleichterung. Es ist auch ein weiterer Mutmacher. Denn maßgeblich für die Frage, ob jemand beim FdS als förderungswürdig gilt, ist allein die Arbeitsprobe, die er anonym einreicht. Mit ihr allein befassen sich die Jurymitglieder, die Vita spielt keine Rolle.

    Das Leben mit Tom hat damit, nach der Auszeichnung durch die Jungen Verlagsmenschen im vergangenen Oktober, ein weiteres Mal Anerkennung gefunden. Ich habe gelernt in kleinen Schritten zu denken. Nun finde ich mich ein Stück weiter als vorgestern. Oder als Montag. Die Lesung in der Stadtbibliothek ist auf positive Resonanz gestoßen. Dem Publikum schien es genauso viel Spaß gemacht zu haben wie den Künstlern.

    Einige Zuschauerreaktionen wird man in der März-Ausgabe des Lift-Stadtmagazins lesen. Die Stuttgarter Nachrichten blicken schon heute zurück (links unten: „Dichten, singen, reisen“) StN-Volontär Christian Ignatzi hatte sein kurzes Interview eigentlich für den Dienstag angekündigt, wurde dann aber krank. Unser Gespräch verschob sich dadurch ein wenig – auf nach den Anruf des FdS.