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    Die Wahrheit über die Qualität meiner Texte

    Montag, Februar 11th, 2013

    Es gibt da diese Geschichte, deren Anfang mir seit einigen Wochen durch den Kopf spukt. Mir fehlte nur bislang die Muse für die Mitte und den Schluss. In der Geschichte soll es um Wahrheit gehen – und wie sie sich von Zeit zu Zeit und von Person zu Person verschiebt.

    Eigentlich spross die Idee unabhängig von meiner Gegenwart. Und doch gibt es Parallelen. Die Texte und Textauszüge, die in den vergangenen Monaten auf dem Schreibtisch privater und professioneller Kritiker landeten, haben sehr unterschiedliche Reaktionen geweckt. Und das liegt nicht an irgendwelchen Gefälligkeitslobpreisungen.

    Da findet die eine Agentin meinen Stil pathetisch bis kitschig, während die andere begeistert ist. Da zeigt sich ein Lektor angetan von der Tiefe meiner Charaktere, während zwei Probeleserinnen gemeinschaftlich gähnen. Könnte ich mich nicht an einem immer wiederkehrenden Kritikpunkt festhalten, ich wäre völlig verwirrt.

    Wem soll ich denn nun glauben?

    Am  Donnerstag las ich im Forum der Autoren im Stuttgarter Schriftstellerhaus vor fachlichen Kollegen unter anderem meine Kurzgeschichte Der Tod des armen Teufels. Ich war neugierig, wie sie ankommt, obwohl sie ein Jahr alt ist, obwohl ich mich, wie bei so vielen nicht mehr taufrischen Texten, bereits etwas von ihr entfernt habe.

    Die Rückmeldungen waren, vorsichtig ausgedrückt, wenig erfreulich. Es gab viele Dinge, an denen sich die Zuhörer störten, einer war zunächst gar der Ansicht, die Geschichte wäre „für die Tonne“. Ihre Ratschläge habe ich mitgenommen, ein gekränktes Ego nicht. Eher verließ ich die Veranstaltung mit einem Lächeln.

    Denn was hatte der Teufel an anderer Stelle nicht für positive Reaktionen ausgelöst – auch von Menschen, die sonst geradezu chronisch kritisch sind? Einmal mehr zeigte mir der Abend, ungeachtet vieler unumstritten hilfreicher Hinweise, wie subjektiv Literatur rezipiert wird. Ich glaube längst nicht mehr an endgültige Wahrheiten.

    Die Geschichte bleibt natürlich online. Mögen sich noch viele an ihr reiben.

    Was vom Jahre übrig bleibt

    Freitag, Dezember 28th, 2012

    „Dies und das ist wirklich gut, aber . . .“, sagen sie. Und: „Gewöhnen Sie sich an Rückschläge. Sie werden noch einige erleben.“ Vergessen dabei nie zu betonen: „Verlieren Sie Ihren Glauben nicht. Seien Sie geduldig“. Man vernimmt die Worte, lässt sie zirkulieren, saugt das Mut machende auf, registriert aber vor allem eines: man steht mit leeren Händen da.

    Denkt man.

    Und dann denkt man genauer darüber nach. Fängt an zu vergleichen: das Bild der Entscheidungsträger mit dem eigenen. Erste Entwürfe mit den letzten. Die Erwartungen an ein Jahr voller genussvoller Momente selbstgewählter Isolation mit seinen Realitäten. Die verschiedenen Optionen fürs Heute, Morgen und Übermorgen miteinander.

    Man erkennt: sich als missverstandende Unentdeckung aufzuführen wäre purer Narzissmus, zu behaupten, alles sei umsonst gewesen, weinerliche Selbstverleugnung. Die Resultate, die man sich erhofft hat, werden – wahrscheinlich – noch eine kleine oder große Weile auf sich warten lassen. Aber das heißt nicht, dass sie nicht kommen werden.

    Das Schriftstellerleben ist wie das Leben selbst: ein ewiger Lernprozess, eine stetige Weiterentwicklung, eine erst mit dem Tod endende Neuerfindung. Das mag manchmal ermüdend sein oder niederschmetternd. Aber es ist auch herrlich spannend.

    Insofern: auf ein Neues!