• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Posts Tagged ‘Hamburg’

    Der Wind um meine Nase

    Freitag, Mai 15th, 2015

    Fehmarn

    Das Wetter wechselte alle fünf Minuten. Nur der Wind wehte permanent. Karg lag sie da, die Insel, die ich bereits 2012 beschrieben hatte, ohne sie zuvor gesehen zu haben: Fehmarn, weit weg von meinem gewohnten Aktionsradius, von Hamburg aber fix zu erreichen.

    In Hamburg strandet Sam, der Protagonist des work-in-progress-Romans. Und als er weiblichen Besuch bekommt, bricht er nach Fehmarn auf. Es ist Hochsommer und heiß, Inselwetter eben. Aktuell herrscht kein Inselwetter. Ich habe die Fehmarnsundbrücke trotzdem überquert. Ich war in der Nähe.

    Mein Ziel war es zu erforschen, ob die Dinge, die ich in der ersten Fassung von Tom geschrieben hatte und die die Überarbeitung überlebt haben, der ungefähren Wirklichkeit entsprechen – im stetigen schriftstellerischen Bestreben, das Fiktionale so realistisch wie möglich und nötig zu gestalten.

    So ließ ich mir den Wind um die Nase wehen. Doch mit dem Fehmarn-Ausflug war mein Trip noch lange nicht beendet. Ich saß auf der Marstallhalbinsel in Schwerin in der Sonne, tingelte durch mecklenburg-vorpommerische Dörfer und starrte um Mitternacht vom Park Fiction in Hamburg auf die Elbe.

    Und erst als ich zurück an der Heimatfront war, merkte ich, wie müde mich diese fünf Tage gemacht hatten, die sich wie zehn anfühlten. Müde, aber auch erfüllt. Weil es schon immer gut tat, die Enge meines Alltags zu verlassen.

    Unter Perlen

    Mittwoch, August 6th, 2014

    In der HafenCity roch es nach Salz und Weite. Ich saß da und schloss die Augen, die Stadt hinter mir lassend. Nach einer halben Stunde kehrte ich zurück, ließ mich in der Speicherstadt nieder, blickte auf Backsteine und hatte – nicht zum ersten Mal – einen sirenenhaften Singsang in meinem Ohr: „Komm zu mir und bleibe“, flüsterte Hamburg.

    HafenCity

    „Wo findest du Inspiration?“, hatte mich in der Nacht zuvor M., gefragt, an der Theke des Nordlichts, wo wir ins Gespräch kamen. Wie ich in der Speicherstadt saß, musste ich wieder an die Frage denken – und an die Stunden danach, in denen mir M. seinen Kiez zeigte.

    Entnervt von aufgegeilten Touristen und Bauchladenträgern in Penis- oder Bunny-Kostümen hatte ich auf der Reeperbahn eine Kneipe gesucht, die Authentizität versprach. M. erzählte mir von Therapien- und Therapieabbrüchen, er berichtete von gescheiterten Lehren und vom Leben am Rande.

    „Du musst deinen nächsten Roman über das Leben auf der Straße schreiben“, sagte er, machte sich über meinen um den Hals gehängten Pulli lustig und setzte sich mit mir auf die Straße, zu Freunden und Kameraden. Und ich blickte hinauf in die Gesichter der Vorbeilaufenden, die beinahe auf meine Hände traten oder auf uns herabsahen.

    In den Tagen danach schlenderte ich durch Eimsbüttel, spazierte über den Fischmarkt, setzte mich ans Ufer der Elbe und las ein Buch an der Alster. Die Menschen, die ich traf, bekannte und unbekannte, fesselten mich, diese Klaviatur menschlichen Glücks und Unglücks ließ mich lebendig fühlen.

    Der ursprüngliche Grund meiner Reise passte ins Bild: Beim Besuch in meiner Agentur begegnete ich Literaturbegeisterten, die wissen, was sie wollen und wie sie es kriegen können, ohne das Gespür für Realitäten zu verlieren. Ich fühlte mich wohl bei Arrowsmith, ich fühlte mich aufgehoben.

    Das gute Gefühl bleibt. Auch in Stuttgart. Zurück in der geliebten Heimat.

    Das letzte Dutzend

    Mittwoch, Februar 29th, 2012

    Zwölf Stunden sind es noch. Zwölf Stunden, dann startet mein Flieger nach Palermo. „Wie fühlst Du Dich?“, haben mich viele der vielen Menschen gefragt, die sich in den vergangenen Tagen von mir verabschiedet haben. Die Antwort ist: Ich bin aufgeregt, nervös, müde, voller Vorfreude und gespannter Erwartung. Ein Gefühlsmix.

    Inzwischen sind mir die Betätigungsoptionen abhanden gekommen. Max Frisch liegt neben mir, die letzten 30 Seiten von Homo Faber will ich noch lesen, um an Gepäckgewicht zu sparen. Musik von Mumford & Sons stimmt mich auf das ein, was da kommen mag, was auch immer es sein wird.

    K. hatte mich in Hamburg mit den Briten bekannt gemacht. Am Tag nach dem Auftritt beim Lola-Slam, der mit misslungen wohl am treffendsten beschrieben ist und der mir einmal mehr poetische Grenzen aufzeigte, schwelgte ich in Erinnerungen und bereitete mich gleichzeitig auf die Zukunft vor.

    Selbige beginnt bald, morgen, nach dem Aufstehen. Es kann ein wenig dauern bis zur nächsten Wortmeldung. Ich muss mich erst ins sizilianische Chaos einordnen. Bis bald!

    Der Februar: Daten und Daten

    Freitag, Februar 3rd, 2012

    Vorweg, ganz nüchtern und nackt, zur besseren Übersicht für all die Menschen, die doch keine Zeit haben, sich durch Textmassen zu buddeln, drei Daten (im Sinne von Datum) mit Daten (im Sinne von Information) für den Februar:

    Montag, 13. Februar, 19.30 Uhr: Stadtbibliothek Stuttgart, Max-Bense-Forum, Mailänder Platz, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Ingeborg Wenger (Eintritt frei)

    Mittwoch, 22. Februar, 19 Uhr: Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Glorianna Jagfeld (Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro).

    Samstag, 25. Februar, 20 Uhr: Poetry Slam im Lola Kulturzentrum Hamburg, Lohbrügger Landstraße (Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro).

    Fünf Tage vor meinem Abflug nach Palermo noch einmal in den Norden zu fahren, war eine dieser Ideen, die sich im Kanarienvogelkostüm vor einem aufbauen und winken. Die man zuerst kopfschüttelnd auslacht, aber die trotzdem vor einem stehen bleiben und einen selbstsicher anstieren.

    Die flüstern: „Was ist los? Keine Lust auf ein bisschen Spaß? Keinen Mumm, aus Dir selbst hinauszugehen?“ Denen man dann plötzlich einen gewissen Charme nicht absprechen kann. Und bei denen man letztlich stolz ist, ihr Urheber zu sein.

    Hamburg, meine Perle – ich freu‘ mich auf Dich.