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    Das Idyll von Mikro Nisi, Zakynthos

    Sonntag, August 26th, 2018

    Tor zum Meer in Mikro Nisi, Zakynthos, Griechenland

    Hinter dem weißen Törchen führten ein paar Stufen hinab zu den Felsen. Und die Felsen führten direkt ins Wasser. Jeder Schritt wollte überlegt sein, denn natürlich gab es rutschige Flächen, Unebenheiten, scharfe Kanten. Ich schürfte mir Arme und Beine auf, aber ich war glücklich; wir waren allein.

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    Die Flaute und ich

    Sonntag, September 27th, 2015

    Sielhafen

    Der Weg zu den Geschichten über Ebbe und Flut war lang. Er fühlte sich zumindest so an. Vielleicht, weil er mit so vielen Kreuzungen verbunden war, mit allein sechs Umstiegen auf der Hinreise. Aber manche Wege sind eben so.

    Am zweiten Tag meiner neuerlichen Deutschlandreise in den Diensten der Museumsschätze trieb es mich von Kassel nach Carolinensiel hoch oben in Ostfriesland. Dort, nicht weit von der Nordsee entfernt, erzählten sie mir Geschichten vom Wasser.

    Ich hörte gespannt zu, was die Leiterin des Deutschen Sielhafenmuseums zu berichten hatte, nicht zuletzt, weil ich vor meinem geistigem Auge die Parallelen zu meiner derzeitigen literarischen Situation erkannte. Der Wind weht nicht. Ich stecke in einer Flaute.

    Eine der Fragen, die mir die Menschen am häufigsten stellen, denen ich erzähle, dass ich Romane schreibe, ist die, wie ich zu meinen Ideen komme. Ich komme mir dann jedes Mal ein bisschen seltsam vor, wenn ich antworte: Eigentlich kommen die Ideen eher zu mir.

    Viel simpler lässt sich der Prozess aber eben einfach nicht erklären. Es sind Eingebungen, die plötzlich da sind, Impulse, die auf irgendetwas treffen, aus denen die Geschichten entstehen. Wann sie kommen, lässt sich nicht beeinflussen, schon gar nicht erzwingen.

    Ich habe in den vergangenen Wochen auf Eingebungen und Impulse gehofft. Ich dachte, wenn ich mich von allem anderen löse, in Griechenland am Meer liege oder in Carolinensiel am Hafen stehe, kämen sie zu mir, würden mich losschicken ins nächste Schreibabenteuer.

    Stattdessen kam: nichts. Oder ehrlicher: Nichts Verwertbares. Und ich, der nach einem neuen Projekt lechzt, muss sich mal wieder in Geduld üben. Vielleicht bringt der Herbst einen Impuls.

    Und so oder so: das Gefühl der Freiheit im Reisen, immerhin das, das bleibt.

    Liebling, ich habe das Publikum geschrumpft

    Sonntag, November 20th, 2011

    Dies ist eine Geschichte, die sich um die Begriffe Stuttgart 21 und Rheinfall (mit h!) dreht, obwohl beide wenig miteinander zu tun haben. . .

    Sicherheitskräfte der Bahn bevölkerten meinen Bahnsteig. Ich nahm sie erst im zweiten Moment wahr. In dem Moment, in dem andere an mir vorbeiliefen, auf einem Marsch in Richtung erster Klasse. Ich erkannte Peter Hauk, den Fraktionschef der CDU im Landtag von Baden-Württemberg, obwohl er fast ein wenig unscheinbar wirkte. In Karlsruhe marschierten die Herren wieder aus dem Zug, empfangen von zünftiger Blasmusik. Ich hatte keine Zeit, mich ihnen oder ihrer Botschaft zu widmen. Ich musste meinen ICE nach Basel erwischen.

    24 Stunden später stieg ich in Zürich in einen Zug zurück nach Stuttgart und atmete internationale Luft. „Ici?“, fragte eine Französin ihren Mann. „Niccolo!“, sagte – im vorwurfsvollen Ton – eine Italienerin zu ihrem Mann. Hinter mir sprachen zwei Schweizer Damen ihre Art von Deutsch.

    Ich verbrachte die Zeit mit Lesen, doch zweimal schweifte mein Blick nach draußen. Beim ersten Mal sah ich in der Ferne einen steilen Hang und glaubte Kühe zu sehen, die dort grasten. Beim zweiten sah ich Wasser, in großen Mengen, beim Fallen. „Meine Damen und Herren, in Kürze erreichen wir Schaffhausen“, schallte es aus den Lautsprechern. Die wunderhübsche Asiatin auf der anderen Seite des Ganges wendete lächelnd ihren Blick ab und zog ihre Stiefel wieder an.

    Zwischen diesen Zugfahrten lag ein Besuch auf der BuchBasel und eine Veranstaltung der Jungen Verlagsmenschen (JVM), deren Autorenwettbewerb ich jüngst gewonnen habe. Eine kurze Lesung sollte es werden, anschließend eine Diskussion mit zwei jungen Schweizer Autorinnen. Die Moderatorin fragte mich, wie ich Inspiration finde. Sinngemäß habe ich geantwortet, das ließe sich nicht erzwingen, aber Inspiration käme automatisch durch Beobachtungen.

    Bemerkenswert war der Zuschauerzuspruch. Während ich las, hörten mir vielleicht ein Dutzend Menschen zu, inklusive der drei Frauen neben mir auf dem Podium, des Technikers und des JVM-Chefs. Die Messebetreiber hatten es verpasst, auf die Veranstaltung hinzuweisen.

    Berufsrisiko, dachte ich mir – und nahm es gelassen. Es haben schon ganz andere vor einer handvoll Zuhörern gelesen. Was bleibt ist die Erinnerung. Und ein Stück Inspiration. Nein, diese Reise war kein Reinfall.