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    Vom Ende der Frist

    Samstag, April 30th, 2016

    Bühne

    Es wird ein heißer Tanz heute Abend. Nicht da draußen irgendwo, bei all den Maianbetern und Walpurgisnachtgeistern. Mein April endet in meiner Wohnung, an meinem Schreibtisch, über meiner Tastatur. Ich muss eine Kurzgeschichte schreiben.

    Ich muss sie heute schreiben, weil da diese Frist ist. Und diese Frist endet morgen. Besser als heute, gewiss. Aber morgen ist immer noch verdammt früh. Besser wäre übermorgen. Oder Mittwoch. Mittwoch, der 30. November. 2022.

    Zeit ist irrational. „Ich muss eine Kurzgeschichte schreiben“, erzählte ich vor einer Woche J. „Na klar. Weil man die ja einfach mal schnell in einer Woche schreibt“, antwortete sie. „Es ist eine kurze Kurzgeschichte“, versuchte ich mich zu rechtfertigen.

    Jetzt sind fünf der sieben Tage rum und ich habe noch immer keine Zeile geschrieben. Die Geschichte, sie ist in meinem Kopf – seit Mittwoch. Aber dort blieb sie, bis gleich, wenn ich anfange, sie aus dem Kopf zu manövrieren.

    So eine Geschichte muss ja auch erst reifen, sie muss sich entwickeln, man darf sie nicht zu früh entkommen lassen, sonst verflüchtigt sie sich, sage ich mir und anderen – und glaube für einen Moment tatsächlich daran. Wahrscheinlich brauche ich aber einfach nur den Zeitdruck.

    Versagen ist keine Option. Ich muss diese Kurzgeschichte nicht nur schreiben. Ich will sie auch schreiben. Weil sie für das Lit.Fest Stuttgart ist – deswegen kann die Frist übrigens auch gar nicht am 30. November 2022 enden, denn das Lit.Fest Stuttgart steigt vom 9. bis 11. September 2016.

    Es steigt auf einer wundervollen Bühne in einem Stuttgarter Weinberg (siehe Foto oben), obwohl es von da eigentlich gar nicht mehr viel höher geht. Diese Bühne lockt mich. Deswegen muss ich jetzt schreiben.

    Ich hol mir nur noch schnell einen Keks. Im Supermarkt.