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    Coming soon: artspotschauer und get shorties

    Donnerstag, Oktober 4th, 2018

    Ein Teil des Teams von artspotschauer

    Es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal (mit Belletristik) öffentlich aufgetreten bin. Jetzt ruft die Bühne wieder. In den kommenden zweieinhalb Wochen bin ich bei zwei spannenden Veranstaltungen dabei, den get shorties am 13. Oktober in Marbach und artspotschauer am 19. und 20. Oktober in Stuttgart-Feuerbach.

    Beide Events haben ihren Reiz. Weil ich bei der einen, get shorties, schon lange einmal dabei sein wollte und hinter der anderen, artspotschauer, ein völlig neuwertiges, garantiert kurzweiliges Konzept steht.

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    Zurück nach Barcelona

    Freitag, März 31st, 2017

    Als Erstes habe ich es auf meinem Nachttisch gesucht, dann im Wohnzimmer. Beides vergebens. Ich musste es wohl bei meiner Mutter liegengelassen haben, als ich in ihrer Abwesenheit Pflanzen goss und die Katze streichelte. Nach ihrer Rückkehr stellte sich heraus: Ich täuschte mich.

    Konnte es im Auto meines Vaters sein, mit dem ich Tage zuvor essen gefahren war? Oder lag es doch auf meinem Schreibtisch, verdeckt von Charakterbeschreibungen und Überarbeitungsideen des eigenen Romans? Nein. Und nein. Tat es nicht.

    Ganz langsam begann ich mir, Sorgen zu machen. So ein Buch verschwindet in der Regel nicht auf eigene Faust. Es ist keine vernachlässigte Freundin. Doch Christoph Ransmayrs Cox oder der Lauf der Zeit war nicht aufzufinden – bis mein Blick auf meine Sporttasche fiel und mir der Griff hinein gebrauchte Socken und Erleichterung bescherte.

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    Die unerwartete Sehnsucht

    Dienstag, Mai 31st, 2016

    Bastion

    Petrus bereitete einen frostigen Empfang, doch dem Sommernachtstraum war’s egal. In Halle 1 des Stuttgarter Theaterhauses wehte kein eisiger Wind, da ließ es sich entfalten. Das tat er, der Traum, dank Radio-Sinfonieorchester des SWR, dank Puck Till Schneidenbach – und dank Tobias Gralke, einem Meister des gesprochenen Worts.

    Gralke kannte ich von Poetry Slams, Shakespeare ist immer reizvoll, also zog ich hin auf die Höhen der Stadt, um zu lauschen und zu lächeln. Die Ouvertüre aus Mendelssohns Sommernachtstraum ließ mein Herz hüpfen, wie es gewiss nur klassische Musik vermag. Dann brachte Gralke Steine ins Rollen.

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    Wider die Allianz der Unnachgiebigen

    Dienstag, Oktober 21st, 2014

    Sie schienen sich gegen mich verschworen zu haben, in einer Allianz der Unnachgiebigen. Claus Weselsky ließ die Züge stoppen, Petrus die Sonne scheinen. So golden der Oktober und so beschwert die Anreise für die S-Bahn-Fahrer hatte ich am vergangenen Sonntag schon befürchtet, ich würde vor leeren Stühlen lesen. Tat ich aber nicht. Und alles wurde gut.

    Das 7. Literaturfest Ludwigsburg war prächtig besucht, obwohl die Schlangen vor dem Blühenden Barock 300 Meter weiter oder vor den Eisverkäufern auf der mediterran anmutenden Piazza in der Unteren Marktstraße naturgemäß länger waren. Trotzdem: das Interesse am geschriebenen Wort war groß. Und das Programm vielfältig.

    Ein Teil dieses Programms zu sein, im Foyer des Kulturzentrums für eine halbe Stunde eine Bühne zu bekommen, hat Spaß gemacht. Ich komme gerne wieder. Doch die Aussicht auf Spaß allein war es nicht, die mich anzog, es war auch die Gelegenheit, Auszüge aus dem Manuskript von Das Gift und das Gute zu präsentieren. Ein Testlauf gewissermaßen.

    Die Gespräche, die ich hinterher mit Zuhörenden führte, waren ermutigend. Offenbar hatte ich einen Nerv getroffen, Interesse geweckt.  Das Gefühl, das ich daraus ziehe, vermischt sich wunderbar mit dem Zwischenbericht meiner Agentur nach den ersten Verlagskontakten auf der Buchmesse.

    Und so sitze ich da und lächele. Die nächsten Monate werden spannend.

    Nicht zum Schweigen geboren

    Dienstag, Oktober 14th, 2014

    Es war im Februar 2012 und ich stand kurz vor meiner Abreise nach Palermo, da stellte ich fest, dass die italienische Sprache mir dann doch mehr Schwierigkeiten bereitet als ich geglaubt hätte. „Ist doch kein Problem für dich“, tröstete mich meine Schwester. „Zur Not schweigst du einfach vier Monate.“

    Der Notfall trat nicht ein. Ich sprach – und ich sprach Italienisch. Aber der stichelnde Rat war nicht aus der Luft gegriffen. Ich bin ein Schreiber, bin es immer gewesen. Zum Redner eigne ich mich nicht so recht.  Das teile ich mit so manchem Kollegen. Da gibt es nur ein Problem: Wer schreiben will, der muss hin und wieder auch reden können. Oder anders gesagt: lesen.

    Ein solches Hin und Wieder ist wie erwähnt am kommenden Sonntag (13 Uhr) auf dem Literaturfest in Ludwigsburg (Foyer des Kulturzentrums, Wilhelmstr. 9/1). Da kam es wie gerufen, dass der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen sein Hauptseminar zur Frankfurter Buchmesse dem Thema „Work in Progress – Vorhang auf für die perfekte Lesung“ widmete.

    Da kam dann also der Theaterprofi Rainer Kleinstück zu einem Workshop ins gemütliche Gelnhausen 50 Kilometer östlich der Messehallen, um einem guten Dutzend  Wissbegieriger die Kunst von Körper, Sprache und Rede näher zu bringen. Und dieser Rainer Kleinstück fegte dermaßen furios und humorvoll durch den Tag, dass es eine Freude war, von ihm zu lernen.

    Am Ende eines langen Tages fand, mitten im Trubel des Gelnhäuser Schelmenmarktes, in der historischen Atmosphäre des Romanischen Hauses eine Lesung statt, auf der wir Werke und Selbstbewusstsein präsentierten – unter den Augen der lokalen Presse. Ich las den Prolog aus Das Gift und das Gute, wie der neue Arbeitstitel meines Romans lautet. Und war zufrieden.

    Bis mich Rainer Kleinstück zur Seite nahm und mit mir über Schwächen sprach. Danach war ich zwar immer noch zufrieden, aber mindestens genauso motiviert. Als ich am Sonntag am Frankfurter Hauptbahnhof saß und es Zeit totzuschlagen galt, bis der Ersatzzug meines ausgefallenen ICE in Richtung Stuttgart fuhr, nahm ich mir mein Skript vor. Satz für Satz.

    Ludwigsburg kann kommen.