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    Im Liegestuhl beim Wetterleuchten

    Dienstag, Juni 27th, 2017

    Halb stöhnend, halb seufzend ließ sich die Dame auf den Stadtbahnsitz fallen und schubste sich den Schweiß von der Stirn. Die Frau gegenüber war ihr fremd, doch geteiltes Leiden schafft Verbindung. Sekunden später plapperten sie los, sehnten den Regen herbei, die Abkühlung. „Mein Boden ist so hart, ich kann nicht mal Unkraut zupfen“, jammerte die eine. „Das ist einfach kein Wetter für uns“, stimmte die andere zu.

    Halb mitleidig, halb amüsiert saß ich dahinter und lächelte in mich hinein. Auch mir stand der Schweiß auf der Stirn, doch die Angewohnheit des meteorologischen Dauernörgelns ist mir fremd. Ich mag den Sommer, besonders an Tagen wie diesen, an denen ich abends auf einer Open-Air-Bühne Theaterstücke sehen und das Wetter beim Leuchten bewundern kann.

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    Zurück nach Barcelona

    Freitag, März 31st, 2017

    Als Erstes habe ich es auf meinem Nachttisch gesucht, dann im Wohnzimmer. Beides vergebens. Ich musste es wohl bei meiner Mutter liegengelassen haben, als ich in ihrer Abwesenheit Pflanzen goss und die Katze streichelte. Nach ihrer Rückkehr stellte sich heraus: Ich täuschte mich.

    Konnte es im Auto meines Vaters sein, mit dem ich Tage zuvor essen gefahren war? Oder lag es doch auf meinem Schreibtisch, verdeckt von Charakterbeschreibungen und Überarbeitungsideen des eigenen Romans? Nein. Und nein. Tat es nicht.

    Ganz langsam begann ich mir, Sorgen zu machen. So ein Buch verschwindet in der Regel nicht auf eigene Faust. Es ist keine vernachlässigte Freundin. Doch Christoph Ransmayrs Cox oder der Lauf der Zeit war nicht aufzufinden – bis mein Blick auf meine Sporttasche fiel und mir der Griff hinein gebrauchte Socken und Erleichterung bescherte.

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    Der Teufel und die Poesie

    Donnerstag, Februar 23rd, 2012

    Der Countdown läuft – unerbittlich, unaufhaltsam. In sieben Tagen sitze ich um diese Uhrzeit vermutlich im T-Shirt an einem Pensionsfenster in Palermo und blicke hinab auf die Stadt, die vier Monate lang meine Heimat sein wird. Ich vermeide es daran zu denken, was ich bis dahin noch alles zu erledigen habe.

    Stattdessen löse ich lieber ein Versprechen ein: Die Kurzgeschichte, die ich gestern im Literaturhaus Stuttgart präsentiert habe und für die Ina Peters den ersten Satz geliefert hat, steht ab sofort zur Abholung bereit – entweder direkt hier oder im Texte-Bereich dieser Seite. Und in meinem neuesten Videoblog gibt es einen kleinen Auszug zu hören.

    Es war eine Herausforderung, die Geschichte zu schreiben. Aber es hat auch großen Spaß gemacht. Nun richtet sich mein Augenmerk gen Hamburg. Dort steht übermorgen ein Poetry Slam an. Es geht also weiter im Takt. Unerbittlich, unaufhaltsam. Und bevor ich falsche Eindrücke vermittle: ich genieße das alles in vollen Zügen.

    Der Februar: Daten und Daten

    Freitag, Februar 3rd, 2012

    Vorweg, ganz nüchtern und nackt, zur besseren Übersicht für all die Menschen, die doch keine Zeit haben, sich durch Textmassen zu buddeln, drei Daten (im Sinne von Datum) mit Daten (im Sinne von Information) für den Februar:

    Montag, 13. Februar, 19.30 Uhr: Stadtbibliothek Stuttgart, Max-Bense-Forum, Mailänder Platz, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Ingeborg Wenger (Eintritt frei)

    Mittwoch, 22. Februar, 19 Uhr: Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Glorianna Jagfeld (Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro).

    Samstag, 25. Februar, 20 Uhr: Poetry Slam im Lola Kulturzentrum Hamburg, Lohbrügger Landstraße (Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro).

    Fünf Tage vor meinem Abflug nach Palermo noch einmal in den Norden zu fahren, war eine dieser Ideen, die sich im Kanarienvogelkostüm vor einem aufbauen und winken. Die man zuerst kopfschüttelnd auslacht, aber die trotzdem vor einem stehen bleiben und einen selbstsicher anstieren.

    Die flüstern: „Was ist los? Keine Lust auf ein bisschen Spaß? Keinen Mumm, aus Dir selbst hinauszugehen?“ Denen man dann plötzlich einen gewissen Charme nicht absprechen kann. Und bei denen man letztlich stolz ist, ihr Urheber zu sein.

    Hamburg, meine Perle – ich freu‘ mich auf Dich.

    Mit einem Satz fing alles an

    Freitag, Januar 13th, 2012

    Ich hatte mir überlegt, diesen Artikel mit einem Zitat zu beginnen. Irgendeinem tiefsinnigen, amüsanten, kreativen Satz über erste Sätze. Ich habe es gelassen. Dieser Artikel sollte nicht nach Beliebigkeit schmecken.

    Bevor ich im März für vier Monate zum Schreiben und Abtauchen nach Palermo verschwinde, habe ich im Februar gemeinsam mit anderen jungen Stuttgarter Autoren zwei Lesungen in Stuttgart, die eine am 13. Februar in der Stadtbibliothek, die andere am 22. Februar im Literaturhaus.

    Für diese zweite Lesung brauche ich noch Lesestoff. Und für diesen Lesestoff brauche ich Leser mit Lust zur Interaktion. Wie im Videoblog angekündigt suche ich einen ersten Satz, der begeistert – in erster Linie mich, danach auch alle anderen.

    Deswegen ergeht hiermit folgender Aufruf: Sendet mir per E-Mail tiefsinnige, amüsante, kreative erste Sätze, die das Potenzial haben, am Anfang einer spannenden, amüsanten oder traurigen Geschichte zu stehen. Inspiriert mich, kurbelt meine Fantasie an. Wem das am besten gelingt, winkt ein 20-Euro-Gutschein eines bekannten Internetkaufhauses und eine Widmung, die Geschichte wird auf dieser Seite veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 10. Februar.