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    Feierabende? Eine Kopfsache

    Samstag, Januar 31st, 2015

    Die Zeit drängte, denn der Redaktionsschluss nahte und das Interview war noch nicht freigegeben. Also schrieb ich J. eine Nachricht. „Hast du meine Mail gesehen?“, fragte ich den Manager, dessen Schützling ich zuvor befragt hatte. „Melde mich gleich“, schrieb er, meldete sich, gab ein paar Änderungen durch, bedankte sich, sagte: „Und jetzt mach Feierabend.“

    Ich musste schlucken, ich musste lachen. „Noch nicht ganz“, presste ich hervor. „Noch lange nicht“ wäre die passendere Antwort gewesen. Ich schob mir schnell 15 Fischstäbchen in den Ofen, loggte mich in den Streaming-Dienst ein, machte Mittagspause gegen 19 Uhr. Zwei Sitcom-Folgen später flog der Teller in die Spüle – und ich zurück an die Arbeit.

    Mir ist aufgefallen: Menschen, die einen 9-to-5-Job haben, wobei die Uhrzeiten austauschbar sind – Menschen also, die feste Arbeitszeiten mit Anfängen und Enden gewohnt sind, fällt es schwer nachzuvollziehen, was ich eigentlich tue. An Tagen wie diesen, wenn ich nachts um 2 im Bett liege und runterzukommen versuche, verstehe ich es selbst nicht mehr genau.

    Mein Kopf ist ein Gemischtwarenladen, die Regale gefüllt mit zahllosen Gedanken. Unerledigtes treibt mich in den Wahnsinn. Dummerweise gibt es da immer Unerledigtes, erst recht, wenn man auf die Idee kommt, sein Brotjobsleben mal wieder völlig auf den Kopf zu stellen, in der vagen Hoffnung, irgendwann einmal mehr Zeit fürs literarische Arbeiten zu haben.

    Gestern Abend, nach dem redaktionellen Feierabend, setzte ich mich auf die Pressetribüne der Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer, die im Herbst in dem Magazin gewürdigt werden sollen, dessen Inhalt ich verantworte. Es wurde dramatisch – auf dem Feld. Vor mir auf dem Tisch lag ein zerfledderter Block, den ich mit Plotideen für ein neues, altes Projekt bekritzelte.

    Dieses Projekt, für das zurzeit viel zu wenig Zeit bleibt, steckt in meinem Kopf und kratzt. „Entwickel mich“, flötet, wimmert, flüstert, brüllt es – je nach Stimmungslage. Es ist ein hartes Stück Arbeit, irgendwann tatsächlich Feierabend zu machen.

    Wider die Allianz der Unnachgiebigen

    Dienstag, Oktober 21st, 2014

    Sie schienen sich gegen mich verschworen zu haben, in einer Allianz der Unnachgiebigen. Claus Weselsky ließ die Züge stoppen, Petrus die Sonne scheinen. So golden der Oktober und so beschwert die Anreise für die S-Bahn-Fahrer hatte ich am vergangenen Sonntag schon befürchtet, ich würde vor leeren Stühlen lesen. Tat ich aber nicht. Und alles wurde gut.

    Das 7. Literaturfest Ludwigsburg war prächtig besucht, obwohl die Schlangen vor dem Blühenden Barock 300 Meter weiter oder vor den Eisverkäufern auf der mediterran anmutenden Piazza in der Unteren Marktstraße naturgemäß länger waren. Trotzdem: das Interesse am geschriebenen Wort war groß. Und das Programm vielfältig.

    Ein Teil dieses Programms zu sein, im Foyer des Kulturzentrums für eine halbe Stunde eine Bühne zu bekommen, hat Spaß gemacht. Ich komme gerne wieder. Doch die Aussicht auf Spaß allein war es nicht, die mich anzog, es war auch die Gelegenheit, Auszüge aus dem Manuskript von Das Gift und das Gute zu präsentieren. Ein Testlauf gewissermaßen.

    Die Gespräche, die ich hinterher mit Zuhörenden führte, waren ermutigend. Offenbar hatte ich einen Nerv getroffen, Interesse geweckt.  Das Gefühl, das ich daraus ziehe, vermischt sich wunderbar mit dem Zwischenbericht meiner Agentur nach den ersten Verlagskontakten auf der Buchmesse.

    Und so sitze ich da und lächele. Die nächsten Monate werden spannend.

    Vorfreude in Zeiten der Ruhelosigkeit

    Samstag, September 20th, 2014

    Anstrengende, intensive Tage liegen hinter mir. Ich stromerte durch Redaktionen und Gassen, verdiente Geld. Ich wanderte durch Vorarlberg und Berlin, tankte Eindrücke. Anstrengende, intensive Tage liegen vor mir. Die Sommerferien sind rum, die Urlaubsvertretungen nicht. Und dann noch: Seminar auf Malta, Seminar auf der Buchmesse Frankfurt.

    Anstrengende, intensive Tage haben einen Lohn und einen Preis. Der Lohn ist die Lust am Leben, die du spürst, wenn du morgens um 4.20 Uhr zu einer Sonnenaufgangswanderung aufbrichst, rund 800 Höhenmeter vor dir. Oder wenn du Menschen interviewst wie Duncan Smith, Rockstar-Galerist aus Stuttgart, faszinierende Typen, die etwas zu erzählen haben.

    Der Preis ist die Erschöpfung – und zeitweise das Gefühl, dass alles zu viel wird, dass man gar nicht mehr in der Lage ist, die gesammelten Erfahrungen zu verarbeiten, sie einzuordnen. Ich will mir bald die Zeit dafür nehmen, das nachzuholen. Die anstrengenden, intensiven Tage, sie enden am 19. Oktober. Und sie enden mit einem großen Finale.

    Skript

    Es war im März, da kam Nicolai Köppel auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht beim von ihm organisierten 7. Ludwigsburger Literaturfest dabei sein wolle. Ich könne ja aus meinem aktuellen Roman lesen, wenn ich möchte – unabhängig davon, ob der bis dahin einer Veröffentlichung schon einen Schritt näher gekommen ist oder nicht.

    Wer diesen Blog hier näher verfolgt, weiß: das ist er bekanntlich. Und ich hoffe auf weitere in den kommenden Wochen. Aber das ließ sich damals im März noch nicht absehen. Und dennoch: Es hat keine Viertelstunde gebraucht, bis ich ihm zugesagt habe. Seitdem schwebt diese Lesung durch meinen Kopf.

    Je näher sie kommt, desto größer wird die Vorfreude. In den vergangenen Wochen habe ich den Roman nochmals überarbeitet – ja, auch das gehörte zu den anstrengenden, intensiven Tagen. Nun brenne ich darauf, Reaktionen zu erleben, zu hören, in den Gesichtern der Zuhörer abzulesen.

    In diesem Sinne: Wir sehen uns am Sonntag, 19. Oktober, um 13 Uhr im Foyer des Kulturzentrums Ludwigsburg.