• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Posts Tagged ‘Poetry Slam’

    Der Februar: Daten und Daten

    Freitag, Februar 3rd, 2012

    Vorweg, ganz nüchtern und nackt, zur besseren Übersicht für all die Menschen, die doch keine Zeit haben, sich durch Textmassen zu buddeln, drei Daten (im Sinne von Datum) mit Daten (im Sinne von Information) für den Februar:

    Montag, 13. Februar, 19.30 Uhr: Stadtbibliothek Stuttgart, Max-Bense-Forum, Mailänder Platz, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Ingeborg Wenger (Eintritt frei)

    Mittwoch, 22. Februar, 19 Uhr: Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße, Lesung gemeinsam mit Alexander Tuschinski und Glorianna Jagfeld (Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro).

    Samstag, 25. Februar, 20 Uhr: Poetry Slam im Lola Kulturzentrum Hamburg, Lohbrügger Landstraße (Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro).

    Fünf Tage vor meinem Abflug nach Palermo noch einmal in den Norden zu fahren, war eine dieser Ideen, die sich im Kanarienvogelkostüm vor einem aufbauen und winken. Die man zuerst kopfschüttelnd auslacht, aber die trotzdem vor einem stehen bleiben und einen selbstsicher anstieren.

    Die flüstern: „Was ist los? Keine Lust auf ein bisschen Spaß? Keinen Mumm, aus Dir selbst hinauszugehen?“ Denen man dann plötzlich einen gewissen Charme nicht absprechen kann. Und bei denen man letztlich stolz ist, ihr Urheber zu sein.

    Hamburg, meine Perle – ich freu‘ mich auf Dich.

    Auf der Spielwiese der anderen

    Samstag, September 17th, 2011

    „Du bist so still“, stellte A. fest, während die Häuschen entlang der Kirchheimer Fußgängerzone im Schritttempo an uns vorbeiflogen. Und später, in der Pause des Poetry-Slams im Club Bastion, trank sie einen Schluck Afri Cola und lächelte mich an. „Du bist schon ein bisschen nervös, oder?“ Meine Antwort fiel kurz aus. Ich war damit beschäftigt, Vierzeiler in meinem Kopf zu jonglieren.

    Eine Viertelstunde später berührte meine Stimme das Mikrofon. Das grelle Licht der Scheinwerfer blendete mich. Doch das Fieber, mit dem ich gerechnet hatte, kam nicht. Ich entließ meinen Text aus meinem Kopf und war überrascht, wie subjektiv flüssig er aus mir heraussprudelte. Es war kein Gewinnertext. Und noch weniger ein Gewinnerauftritt. Doch ich genoss ihn trotzdem.

    Und da war sie dann wieder: die dunkle Erkenntnis, nicht ins Reich der slammenden Poeten zu gehören. Neidlos gestand ich mir ein, dass andere spielerischer, unbekümmerter, poetischer waren. Es sind die richtigen an diesem Abend ins Finale gekommen und es war eine Freude ihnen zuzuhören.

    Und ich? Verließ die Bastion mit nach oben gerichteten Mundwinkeln. Irgendwie befreit. Sicherlich motiviert. Neue und alte Projekte warten auf mich. „Komm wieder“, hat Moderator Pierre Jarawan zu mir gesagt.  „Wahrscheinlich nicht so schnell“, sag ich ihm hiermit. Aber irgendwann sicher – wenn mir der Sinn nach einer Spielwiese steht.

    Vom Hasten und Rasten

    Donnerstag, September 1st, 2011

    Das Tief kommt. Es kommt immer. Unaufhaltsam. Ich weiß es. Und die Kollegen wissen es auch. Immer donnerstagnachmittags, wenn die aktuelle Ausgabe für den Tag danach auf dem Weg in den Druck ist, türmt sich das Postproduktionsloch vor einem auf. Wenn die Anspannung abfällt, bleibt Müdigkeit übrig. So ist das Schicksal eines Wochenzeitungsmenschen.

    Heute, 1. September 2011, ist ein Donnerstag – und obendrein der Tag nach Mittwoch. Der Mittwoch, an dem die Abgabefrist für den Kurzgeschichtenwettbewerb Agatha-Christie-Krimipreis 2012 verstrich. Für mich gebe es damit zwei Gründe, darnieder zu liegen. Tödliche Empathie, mein Beitrag, wurde gestern fertig, die Innenstadtausgabe der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten wie gewohnt heute. Nach 47 Stunden journalistischer Arbeit in den vergangenen fünf Tagen wäre es Zeit für eine Pause. Wäre. Ich blicke stattdessen nach vorne.

    Der Mensch ist ein Etappentier. Er hastet von einem Ziel zum nächsten. Wobei, und das ist psychologisch erwiesen, das nächste Ziel immer verlockender ist als das letzte. „Glück als Zustand ist abzulehnen. Er würde jedes Streben abtöten“, hat der Schriftsteller und Philosoph Manès Sperber gesagt. Weil der Mensch aber permanent strebt, wird Glück für ihn unerreichbar. „Das kann doch nun nicht schon alles gewesen sein“, denkt sich der Strebsame und sucht sich eine neue Herausforderung. Eine, die ihm so lange golden erscheint, bis sie ihre Schönheit verliert, weil er sie bezwungen hat. Einen Vorteil hat das rastlose Handeln und Wandeln indes: Es hindert einen am Grübeln.

    Wobei: ich werde in den nächsten Tagen gezwungen sein zu grübeln. Denn Pierre Jarawan hat mich gefragt, ob ich nicht wieder bei seinem Poetry Slam in der Bastion Kirchheim/Teck auftreten möchte. Ich habe an meine Premiere gedacht und nicht lange gezögert. Das Problem: ich brauche vorzeigbare Texte, zumindest einen. Es bleiben 15 Tage. Auf in die nächste Etappe!

    Speedminton im Fieberrausch

    Sonntag, Juni 19th, 2011

    Die Gedanken in meinem Kopf spielen Speedminton. Also Federball in ganz schnell. Gestern Nacht bin ich lange wachgelegen und habe gestaunt. Es gab diese Momente, direkt nach meinem ersten öffentlichen Auftritt überhaupt – beim Poetry Slam im Club Bastion, Kirchheim/Teck – da war ich davon überzeugt, dass dieses Bühnenleben nicht das meine ist. Weil ich keiner bin, der dort oben am Mikrofon steht und Feuer speit, wie es zum Beispiel der unbändige Moritz Kienemann mit seinem Text Nichts tat. Weil ich kein Performer bin. Weil mich die Symptome meiner Nervosität innerlich verdroschen. Weil ich irgendwie ein Schreiber bin, kein Vortrager. Und dennoch fange ich an zu spinnen, dennoch verselbstständigen sich meine Ideen, dennoch zeigt mein Kopfkino die Show Marc Bensch, Vol. 2 – Sicherer, kreativer, leidenschaftlicher und ich kann nichts dagegen tun. Ich glaube, ich habe Bock auf Bühne. Ich glaube, ich hab Fieber.