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  • Posts Tagged ‘Roman’

    Auf den Straßen der Stadt

    Montag, Oktober 9th, 2017

    „Ich fahr‘ demnächst auch nach Rom zum Arbeiten. Zahlt der Kunde bestimmt“, sagte T., gewohnt süffisant. Und ich zuckte mit den Achseln, gewohnt gelassen. „Mach doch.“ Es war der Neid, der aus ihm sprach. Zumindest ein wenig, versteckt hinter einem Augenzwinkern – und genährt von der schwer durchbrechbaren Kraft einer Routine, die so was nicht kennt: Einfach wegzufahren.

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    Zurück nach Italien

    Dienstag, September 26th, 2017

    Die Abfahrt Richtung Gotthard hatten D. und ich verpasst. Doch wir fuhren weiter, kurzenschtlossen dem San-Bernardino-Pass entgegen. Ich begann mir bald Sorgen zu machen um meinen altersschwachen Polo. Er hielt durch.

    Wir fühlten uns wie bequeme Tour-de-France-Fahrer, als wir den höchsten Punkt hinter uns gelassen hatten. Von da an ging es abwärts – rein topographisch gesprochen.

    Italien rückte näher.

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    Der Eisberg und ich

    Montag, Juli 31st, 2017

    Kürzlich erhielt ich elektronische Post von einem Verlag. „Gerne hätten wir Ihnen die Gründe für unsere Entscheidung näher erläutert, dies ist aber angesichts der vielen eingehenden Manuskripte leider nicht machbar“, stand darin. Und noch mehr. Viele seltsame Wörter. Dabei hätte ein Satz doch gereicht: „Denken Sie sich hier bitte eine Standardabsage“.

    Es ist keinesfalls so, dass ich frustriert wäre. Oder traurig. Es gab Menschen, die meinten, mich trösten zu müssen, als ich von der Mail berichtete. Ich schaute erst sie verblüfft an und dann mich selbst, verwundert, weil ich keines Trostes bedurfte. Rückschläge und Enttäuschungen pflastern meinen literarischen Weg. Sie können mir schon gar nichts mehr anhaben.

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    Über das Überarbeiten

    Dienstag, Februar 28th, 2017

    Sprung

    Ich bin die Fragen schon gewohnt. Aber gewöhnen werde ich mich an sie nie. „Und, wann kommt er raus?“, wollen die Menschen wissen, die – hautnah oder aus der Ferne – mitbekommen haben, dass ich vergangenen September nach Lissabon floh, um einen Roman zu schreiben.

    „Möglicherweise nie“ wäre die ehrlichste Antwort. Aber wie könnte es mir einfallen, meine Fans so zu schockieren? Also vertröste ich sie auf den Herbst 2018 – „frühestens“. Er ist eine äußerst optimistische Schätzung für jemanden, der seinen Stoff für nicht selfpublishing-tauglich hält und einen Verlag sucht, einen großen im Optimalfall. Diogenes hätte was.

    Die Wahrheit ist: Selbst von der Verlagssuche bin ich noch meilenweit entfernt. Und die wirklich echte, schonungslose Wahrheit ist: Ich habe noch nicht einmal nachhaltig begonnen, aus dieser kärglichen Rohfassung, die ich aus Portugal mitgebracht habe, etwas Vorzeigbares zu meißeln.

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    Was vom Jahre übrig bleibt (Twentysixteen)

    Freitag, Dezember 30th, 2016

    Lissabon

    D. war zufällig in Lissabon – zum Saufen und zur Kultur auf hohem Niveau, wie er schrieb. Für den Samstag waren wir verabredet, also bestieg ich in meinem Schreibexil einen Bus. Die Fähre brachte mich zum Cais do Sodré, von wo aus ich an den Praça do Comércio spazierte und mich ans Wasser setzte.

    Im Schein von Portugals kraftstrotzender Herbstsonne lauschte ich eine Weile den Wellen und einer Straßenband von den Kapverden, die den Sound der Ferne spielte. Und weil ich D. telefonisch nicht erreichte – der erholte sich gerade noch vom hohen Niveau des Vortages – stapfte ich los. Ohne Ziel.

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