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  • Posts Tagged ‘Rueckblick’

    Was vom Jahre übrig bleibt (2017)

    Samstag, Dezember 30th, 2017

    Oberhalb des Circus Maximus in Rom

    Keine Frage, unbedingt! Den Giardino degli Aranci, den Orangengarten also, müsse ich mir anschauen, sagte meine römische Herbergsmama Laura und schickte mich hinaus in die Stadt. Mein Bus war voll und brauchte lange, aber irgendwann erreichte er sein Ziel.

    Sein Ziel war freilich nicht mein Ziel. Ich musste noch eine Weile laufen, bevor ich den Aventin erklommen hatte. Oberhalb des Circus Maximus hielt ich kurz inne und erfreute mich am makellos blauen Oktoberhimmel, dann schritt ich weiter voran. Vor dem Stillstand steht die Bewegung.

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    Was vom Jahre übrig bleibt (Twentysixteen)

    Freitag, Dezember 30th, 2016

    Lissabon

    D. war zufällig in Lissabon – zum Saufen und zur Kultur auf hohem Niveau, wie er schrieb. Für den Samstag waren wir verabredet, also bestieg ich in meinem Schreibexil einen Bus. Die Fähre brachte mich zum Cais do Sodré, von wo aus ich an den Praça do Comércio spazierte und mich ans Wasser setzte.

    Im Schein von Portugals kraftstrotzender Herbstsonne lauschte ich eine Weile den Wellen und einer Straßenband von den Kapverden, die den Sound der Ferne spielte. Und weil ich D. telefonisch nicht erreichte – der erholte sich gerade noch vom hohen Niveau des Vortages – stapfte ich los. Ohne Ziel.

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    Was vom Jahre übrig bleibt (Episode IV)

    Donnerstag, Dezember 31st, 2015

    Griechenland

    A. starrte mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Aber sie hatte sich nicht verhört. „Ich habe endlich die ersten vier Absagen von Verlagen bekommen“, hatte ich kurz zuvor zu ihr gesagt. Und ja, ich verstand diese Absagen tatsächlich als frohe Nachricht. Alles ist besser als Stillstand.

    Fast ein Jahr lang habe ich nach der Manuskript-Abgabe gewartet, habe mich mit meiner Ungeduld gebalgt, habe gegrübelt, was ich tun kann oder sollte. Als mir im Dezember meine Agentin von den ersten Reaktionen der Verlage auf meinen aktuellen Roman berichtete, war ich froh.

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    Was vom Jahre übrig bleibt (Vol. III)

    Mittwoch, Dezember 31st, 2014

    Teck

    Dick eingepackt saßen R. und ich in den Gemäuern der Burg Teck, aßen Mandarinen und Gouda. Der Nebel zog an unseren Augen vorbei und es regnete. Bald aber klarte es auf – und als wir unseren Abstieg über den Hexenweg gen Bissingen begannen, fragte sie mich, da es Mitte Dezember sei, wie ich das Jahr im Rückblick so empfände.

    Und ich dachte an Weichen, an den Freitag zuvor, an die zurückliegenden drei Wochen, an die E-Mail aus Hamburg, an Veränderungen, an alte und neue Wege, an Hirngespinste, ans Anpacken. Fast ein ganzes Jahr lag hinter mir, voller Eindrücke – positiv wie negativ -, voller Reisen, voller erschöpfter Abende – und alles fokussierte sich auf eine Winzigkeit an Zeit.

    Ich habe das Gefühl, dass – je älter ich werde -, die Zeit immer unwirklicher wird. Man könnte meinen, dass mich das in eine Art Panik versetzt, Dinge, die sich nicht kontrollieren lassen, neigen schließlich dazu, einen zu verunsichern. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Gelassenheit ist mein Schutzraum.

    Die meisten Dinge nämlich entwickeln sich am besten, wenn man ihnen die Zeit gibt, zu reifen.

    Insofern: Auf ein Neues!

    Vol. I (2012)
    Vol. II (2013)

    Foto: CC BY-NC-SA 2.0 eddybox43 / teck castle

    Was vom Jahre übrig bleibt (2013 Ed.)

    Montag, Dezember 30th, 2013

    „Dein Buch ist gut, vielleicht sehr gut“, schreibt die erste Testleserin und führt in zwei tief gehenden E-Mails auf, was sie an meinem aktuellen Roman gefesselt und beschäftigt hat, welche Fragen er für sie aufwirft, aber auch, wo sie Nacharbeitungsbedarf sieht. Ihr Fazit streichelt meine Seele, ihre Hinweise motivieren mich.

    Sie ist nur die erste von sieben, auf deren Meinungen ich warte, mit einer Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und Furcht. Dieser Roman, der ein Jahresprojekt war, wird mich ins neue Jahr begleiten, weil ich mir dessen bewusst bin, dass ich ihn noch einmal werde überarbeiten müssen, bevor er in die Welt geht, auf die Suche.

    Insofern bilden diese Tage – oder dieser eine, der morgen, der ganz plötzlich gekommen ist – anders als 2012 keinen richtigen Abschluss, keinen Schnitt, sondern höchstens einen sanften Übergang. Vieles, was ich in diesem Jahr angegangen bin, ließ sich nicht realisieren. 2014 wird es neue Anläufe geben, neue Herausforderungen.

    Zu scheitern aber war schon immer ein Teil des Weges. Ist es bei jedem Schriftsteller, der mit etwas Glück und viel Können irgendwann aus der Versenkung steigt. Ich baue nicht darauf, dass das bei mir 2014 der Fall sein wird. Das Geschäft verlangt Sitzfleisch. Schön wäre ein Silberstreif, aber auch ohne: ich schreibe weiter.

    Etwa an der zur Veröffentlichung vorgesehenen Erzählung, das zweite Projekt, das mich ins neue Jahr begleitet. Auch diese Kurzgeschichte verlangt noch ein paar Gedanken, einige Feinschnitte, einen konzentrierten Schliff. Ich habe die erste Januarwoche dafür ins Auge gefasst.

    Insofern: auf ein Neues!