• Home
  • Blog
  • Texte
  • Reaktionen
  • Über mich
  • Impressum
  • Datenschutz

  • Posts Tagged ‘Scheinwerfer’

    In Zeiten des aufflackernden Lichts

    Mittwoch, November 2nd, 2011

    Da stand ich nun mitten auf der Frankfurter Buchmesse und fühlte mich verloren. Durch die Gänge der Belletristik-Hallen drängten sich am Besuchersamstag Menschenmassen und jeder schien zielstrebiger zu sein als ich. Um mich herum schwirrten Mangakids – Feen, Trolle, Fabelwesen – und es tröstete mich nicht, dass A. mir erzählte, in Leipzig sei alles noch viel schlimmer.

    Ich ging, um nicht zu stehen und schaute, ohne zu entdecken. Irgendwann verließ ich die Herde, setzte mich in die Sonne und wartete. Wartete auf den Moment, da ich ins Lesezelt gehen konnte, um weiter zu warten. Auf Eugen Ruge und seine Zeiten des abnehmenden Lichts. Der frisch gekürte Gewinner des Deutschen Buchpreises kam, machte neugierig, brachte die Zuhörer zum Lachen und zeichnete ein Häkchen hinter meinen Besuch, der sich plötzlich doch gelohnt hatte.

    Gerne hätte ich ihn gefragt, wie er das geschafft hatte, aber als ich mich umdrehte, stand eine Schlange vor ihm. Ich kaufte mir einen Hot Dog und reihte mich wieder in die Herde ein.

    Früher als erwartet erwartet mich am Samstag, 19. November, der nächste Messebesuch. Und diesmal sind die Scheinwerfer auf mich gerichtet. Auf Einladung der Jungen Verlagsmenschen (der Einfachheit halber: der JVM) lese ich im Dialogzelt der BuchBasel. Verlorene Seelen sind herzlich willkommen. Unverlorene auch.

    Auf der Spielwiese der anderen

    Samstag, September 17th, 2011

    „Du bist so still“, stellte A. fest, während die Häuschen entlang der Kirchheimer Fußgängerzone im Schritttempo an uns vorbeiflogen. Und später, in der Pause des Poetry-Slams im Club Bastion, trank sie einen Schluck Afri Cola und lächelte mich an. „Du bist schon ein bisschen nervös, oder?“ Meine Antwort fiel kurz aus. Ich war damit beschäftigt, Vierzeiler in meinem Kopf zu jonglieren.

    Eine Viertelstunde später berührte meine Stimme das Mikrofon. Das grelle Licht der Scheinwerfer blendete mich. Doch das Fieber, mit dem ich gerechnet hatte, kam nicht. Ich entließ meinen Text aus meinem Kopf und war überrascht, wie subjektiv flüssig er aus mir heraussprudelte. Es war kein Gewinnertext. Und noch weniger ein Gewinnerauftritt. Doch ich genoss ihn trotzdem.

    Und da war sie dann wieder: die dunkle Erkenntnis, nicht ins Reich der slammenden Poeten zu gehören. Neidlos gestand ich mir ein, dass andere spielerischer, unbekümmerter, poetischer waren. Es sind die richtigen an diesem Abend ins Finale gekommen und es war eine Freude ihnen zuzuhören.

    Und ich? Verließ die Bastion mit nach oben gerichteten Mundwinkeln. Irgendwie befreit. Sicherlich motiviert. Neue und alte Projekte warten auf mich. „Komm wieder“, hat Moderator Pierre Jarawan zu mir gesagt.  „Wahrscheinlich nicht so schnell“, sag ich ihm hiermit. Aber irgendwann sicher – wenn mir der Sinn nach einer Spielwiese steht.