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    Das Treffen der Einzelkämpfer

    Sonntag, November 17th, 2013

    Normale Menschen, sie mögen mir verzeihen, wenn ich sie so nenne, schütteln den Kopf über mich. Zumindest dann, wenn ich ihnen erzähle, wann ich zurzeit aufstehe und wann ich ins Bett gehe.Weil mein aktueller Rhythmus mit normalen Verhältnissen, auch in diesem Fall bitte ein Augenzwinkern hinzudenken, nichts zu tun hat.

    Mich stört das nicht, weder das Kopfschütteln, noch der Fall aus der Reihe. Es kann, gerade in dieser Jahreszeit, von großem Vorteil sein, erst so richtig auf Betriebstemperatur zu kommen, wenn es draußen dunkel wird. Und so fristete ich viele der vergangenen Novembernächte vor dem Computer. Las, grübelte, strich, korrigierte, schrieb – überarbeitete.

    Ich mag keine Superlative, wegen ihrer Subjektivität, daher spreche ich ganz ohne Steigerung vom einsamen Job des Schriftstellers. Diese Rolle gefällt mir, das Alleinsein mit einem Projekt, das wie ein Stück Hefe ist, vor meinem staunenden Auge lebt, geschickt kombiniert mit anderen Zutaten wächst und am Ende schmeckt – zumindest mir.

    Natürlich ändert das nichts daran, manchmal mit den anderen Wölfen heulen zu müssen. „Hört sich ziemlich trocken an“, war die Reaktion der Normalen, als ich ihnen erzählte, dass ich zur Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg gehe. Mag sein, dachte ich, ging aber trotzdem. Weil ich den Austausch suchte.

    Und dann saß ich da, unter überwiegend älteren, etablierten Kollegen wie Jürgen Lodemann (dessen NORA ich mochte) und Rainer Wochele, aber auch ein paar jüngeren, lauschte, wählte, brachte mich ein und fühlte mich nach sechs Stunden keinesfalls ermattet, sondern frisch motiviert. Wie gut, dass es draußen schon wieder dunkel war.

    Schriftsteller sind Einzelkämpfer, keine Frage. Aber zuweilen tut es gut, Windmühlen und einfacher zu bezwingende Ungetümer Ungetümer sein zu lassen und hinaus zu gehen, über Werke zu sprechen, über Sackgassen, über kleine Momente des Glücks. Es muss ja nicht unbedingt nachts sein.

    Eine Geschichte vom Scheitern

    Sonntag, Juli 17th, 2011

    Irgendwann, irgendwo in diesen vergangenen Monaten habe ich einen Kollegen sagen hören, den Journalisten zeichne aus, am nächsten Morgen zu hadern, weil der eben erschienene, gestern geschriebene Artikel besser hätte werden können.

    Und irgendwann, irgendwo während einer Autofahrt vor einigen Jahren hörte ich im Radio einen erfolgreichen Schriftsteller erzählen, er frage sich immer wieder, ob überhaupt irgendjemand das lesen wolle, was er gerade verfasse.

    Diese Zweifel gehören wohl zur Natur des Kreativen. Und doch fällt es mir schwer damit umzugehen, dass ich beim Traumwandeln auf dem schmalen rutschigen Steg in Richtung des publizistischen Ziels permanent Gefahr laufe, in den Matsch zu fallen.

    Immer, wenn ich mal wieder nicht zu den zwei Prozent gehöre, die es bei einem Wettbewerb in die engere Auswahl geschafft haben, denke ich an D. Oder wenn ich potentielle Agenten kontaktiere und auf die erste grundsätzliche Anfrage schon von mehr als der Hälfte nicht einmal eine Antwort erhalte.

    Wie überlastet, wie überlaufen, wie satt, wie mutlos, wie desillusioniert muss die Branche sein, dass sie eine solche Menge an Gescheiterten und Hadernden produziert?

    Ja und dann denke ich an D. und seinen Rat, bei Dingen zu bleiben, die ich gut kann. Er hat schon immer versucht, mich in eine Realität zu holen – und hier steht ganz bewusst nicht zurück zu holen -, der ich mich beharrlich verweigert habe. Andererseits: auch er ist daran noch immer gescheitert. . .