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    Alles wird sich ändern

    Freitag, November 30th, 2018

    Es ist etwas still um mich geworden. Hier jedenfalls. Aber das hat seine Gründe. Ich arbeite an einem Projekt. Es soll groß werden. 2019 dann. Denn nächstes Jahr wird alles anders.

    Wie jedes Jahr.

    Lindholms Jazz für Ohr und Geist

    Mittwoch, Juli 11th, 2018

    Carsten Lindholm, Jan Gunnar Hoff und Shri spielen Jazz im Bix

    Am Abend, als Belgien Brasilien aus dem Turnier warf, saß ich zehn Meter von einem Fernseher entfernt. Allerdings war eine Wand zwischen mir und der Fußball-WM und ich lauschte einem Dänen, einem Norweger und einem Inder. Der Schlagzeuger und Komponist Carsten Lindholm spielte im Bix-Club Stuttgart seinen Jazz – und ich machte eine Erfahrung.

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    Der lange Atem der Verbundenheit

    Mittwoch, Juli 15th, 2015

    Cefalu

    Ich weiß noch, wie ich V. das erste Mal sah. Sofort eingeschüchtert, stand ich vor ihr und hielt mich an einem schüchternen Lächeln fest. Fast dreieinhalb Jahre ist das jetzt her. Nun ist V. Teil einer Geschichte. Ihre Augen empfangen den Leser am Einstieg einer Reportage über das Reiseziel Palermo.

    Palermo also, wieder Palermo. Immer noch Palermo. Ich habe eine Weile gegrübelt. Es hätte auch Norwegen sein können. Oder Ungarn. Slowenien. Vorarlberg. Andere Teile Italiens. Die Reisen liegen näher in der Vergangenheit, die Eindrücke sind frischer. Doch nein, für diesen Wettbewerb musste es Palermo sein.

    Also wartete ich auf Inspiration. Fand sie in Waldsee. Fing an zu schreiben. Zunächst noch ohne V.s Auftritt. Berauschte mich an einem stilistischen Einfall, mit dem mich Paul Auster gefesselt hatte und den ich übernahm. Schrieb und erinnerte. Schrieb und lächelte. Schrieb und träumte.

    A., die Reisereportagen-Expertin, war semibegeistert vom Text. Ihr war er zu literarisch, zu individuell. Ich dachte darüber nach. Musste ihr recht geben. Konnte mich trotzdem nicht trennen. Schmiedete Pläne, aus dem Fragment etwas Neues zu schaffen, eine Erzählung, einen Romaneinstieg vielleicht sogar. Scheiterte.

    Legte die Version also erst einmal weg. Widmete mich wieder der eigentlichen Aufgabe einer Reportage. Begrub den eigenwilligen Stil. Baute V. ein und schrieb erneut. Lächelte erneut. Träumte erneut. Kehrte zurück in die Stadt, die nur versteht, wer  . . .

    Es kommt vor, dass ich mich in den Ordner mit den Fotos klicke. Jenes da oben aus Cefalù, wo ich einst die Stille suchte und sie auf wunderbare Weise fand, gehört zu meinen Lieblingen.Im Schreiben erfuhr ich aufs Neue: Palermo lässt mich nicht los. Die Insel lockt noch immer.

    Ich sollte mal wieder zurückkehren. So tatsächlich.

    Die Kirche hinter Wald und Nebel

    Donnerstag, November 22nd, 2012

    Das Navi lotste uns durch die Dunkelheit. Aber war der Stimme wirklich zu vertrauen? „Glaubst du, wir sind richtig?“, fragte T. und ließ keinen Zweifel daran, dass er Zweifel hatte. Am flutlichterleuchteten Fußballplatz mit den wieselnden Junioren vorbei ging es durch den Wald, dann mal rechts, mal links – und plötzlich waren wir da: vor der katholischen Kirche Born.

    Die Besucher des 4. Brüggener Literaturherbstes wärmten sich an Bechern voll dampfendem Tee und drängten sich in den Kirchenbänken. Die ersten Klänge der Harfenistin ließen sie aufhorchen – dann trat die Organisatorin und Herausgeberin der Anthologie „Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist“, Ellen Roemer, ans Mikro.

    Sieben Gedichte, Gebete und Geschichten folgten, und eine stammte von mir: Klaus und das Meer, entstanden während meiner Zeit in Palermo. Viereinhalb Stunden waren T. und ich gefahren, um den Text zu präsentieren. Viereinhalb Stunden durch den Nebel und den Regen. Doch ich wollte das. Ich wollte meine erste Veröffentlichung von einer Bühne rufen.

    Und wie ich da stand und las, da fühlte ich mich wohl. Da war keine Spur von Aufregung. Ich schaute in die Gesichter konzentrierter Lauscher und lächelte in mich hinein. Das Lob des Deutschlehrers, seine Freude über die „lebendigen Verben“ freute mich. Es war eine lange Reise für kurze Augenblicke, aber es hat sich gelohnt.

    Nur eines betrübte mich – später, als T. und ich auf der Suche nach einer Mahlzeit durch die märchenhafte Fußgängerzone Brüggens schlenderten: die Dunkelheit. Ich hätte gerne mehr gesehen von der „gastlichen Gemeinde im Naturpark Schwalm-Nette„. Aber vielleicht komm‘ ich mal wieder.

    Klaus und der Niederrhein

    Donnerstag, Oktober 25th, 2012

    Mitten im Naturpark Schwalm-Nette, rund 50 Kilometer westlich von Düsseldorf, nahe der niederländischen Grenze, liegt die Gemeinde Brüggen am Niederrhein, wo morgen, am 26. Oktober, der 4. Brüggener Literaturherbst beginnt. Vermutlich wäre das an mir vorbei gegangen, gebe es nicht eine glückliche Verbindung: jene meiner ersten Veröffentlichung.

    Es war im Mai und ich auf Sizilien, als ich die Ausschreibung bemerkte: „Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist“ – ein Thema wie gemalt für mich – zumal ich erst Tage zuvor Cefalù besucht hatte, just auf der Suche nach ein wenig Ruhe. Also verkroch ich mich in mein palermitanisches Hinterhofzimmer und schrieb über Klaus und das Meer.

    Der Mann auf dem Foto ist nicht Klaus. Er ist nur ein Unbekannter. Aber Cefalù hatte mich inspiriert, also fand es Eingang in die Kurzgeschichte. Und diese Geschichte ist nun erschienen, in der Anthologie zum Literaturherbst des Geest-Verlags, zusammen mit einer Menge weiterer spannender und vielschichtiger Beiträge des Lärms und der Stille.

    Das – man kann es sich vorstellen – freut mich riesig. Und gerne wäre ich bei der Buchvorstellung dabei gewesen, doch Tom, mein Roman-Manuskript, hält mich gefangen. Der Literaturherbst aber läuft noch bis zum 24. November. Und so schmiede ich Pläne, habe den 21. November anvisiert. Dann gibt es eine weitere Lesung mit Texten aus der Anthologie.

    Wenn alles gut läuft, bin ich dabei. Wenn alles gut läuft, kommen Klaus und das Meer an den Niederrhein.